Diesen Samstag gehen wir mit unseren Mitarbeitern von mosaik in die Kirche. Wieso am Samstag? Nun, diese Kirche hat immer geöffnet (jeden Tag in der Woche!), ist traumhaft gut besucht (jeden Tag in der Woche!) und man muss schon frühzeitig “buchen”, um überhaupt hineinzukommen. Ein Traum für jeden Pfarrer oder!? Aber Pfarrer gibt es hier auch nicht (keinen Tag in der Woche!) – vielleicht liegt der Grund für die permanente Überbuchung auch darin.
Dort, wo früher Predigten und Kantaten zu hören waren, werden heute u. a. Pralinen und Kaffee serviert. Der “Tempel Gottes” wurde mit sehr viel Aufwand (und, wie ich finde, Geschmack!) zu einem Gourmettempel umfunktioniert. Der Name ist dann nur noch ein armseliges Rudiment des Auftrags, für den diese Kirche früher mal stand: Glück und Seligkeit.
Wo findet man denn heute noch Glück und Seligkeit? In der Kirche? Nein, in der Küche! Sieht man sich die Millionen von Kochsendungen (so zumindest meine Wahrnehmung!) im Fernsehen mal an, dann ist diese Schlussfolgerung zumindest nahe liegend.
Ich musste da unweigerlich an zwei etwas kontroverse Worte von Paulus denken (Röm. 14,17):
Denn es geht allein um das Reich Gottes, nicht um Essen und Trinken. Es geht darum, dass Gott jeden annimmt, der zu ihm kommt, und ihn durch seinen Heiligen Geist mit Frieden und Freude erfüllt.
Und (1Kor. 10,31):
Darauf will ich antworten: Bei all diesen Fragen, beim Essen und Trinken oder was ihr auch tut, denkt immer daran, dass alles zur Ehre Gottes geschieht.
Diesen Spagat werden wir also diesen Samstag beim Brunchen wagen…
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Abgelegt unter : Real Life, Reich Gottes







[...] In Bielefeld findet sich ein meiner Meinung nach besonders trauriges Beispiel für das Kirchensterben in Deutschland. Dort wurde die evangelische Martini-Kirche von der Gemeinde verkauft und 2005 in eine Kneipe mit Restaurant umgebaut. Seitdem residiert dort das Glück und Seligkeit, das kostenlos zum Bier ein ganz besonderes Ambiente anbieten kann. Dem Besitzer kann man dabei keine Vorwürfe machen, denn die ehemalige Kirche ist für meinen Geschmack wirklich stilvoll umgebaut worden und man hat es geschafft, die architektonischen Besonderheiten des Gebäudes zu erhalten. Trotzdem könnte ich dort kein Bier trinken, selbst wenn das Gotteshaus längst Geschichte ist. Oder bin ich in dieser Hinsicht zu pingelig? [via Context 21] [...]
Eine Kirche ist ein Gebäude. Nichts weiter als Stein.
Das Reich Gottes sind Menschen. Wo diese sich versammeln ist doch egal. Und sei es in einer Kirche die ein Restaurant ist.
Wenn Kirchen umgebaut werden zeigt es doch deutlich, dass vorher das Reich Gottes nicht gepredigt wurde, sondern etwas anderes. Dann ist es auch nicht Wert, für ein Gebäude zu kämpfen.
Meine Güte, das ist wirklich traurig.