Fülle des Heiligen Geistes I

Wie bekomme ich die Fülle des Heiligen Geistes? Das ist eine Frage, mit der ich mich schon eine längere Zeit beschäftigt habe… und doch suche ich diese Fülle jeden Tag neu. Ich will in den nächsten Posts einige Antworten geben, die ich bis jetzt gefunden habe.

1. Ich bekomme die Fülle des Geisten von Jesus selbst.

Der Text, den ich dafür zugrunde legen will, ist (meiner Meinung nach) am meisten missverstandener im NT und kommt aus Joh. 7,37-39:

An dem letzten, dem großen Tag des Festes aber stand Jesus und rief und sprach: Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Dies aber sagte er von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn noch war der Geist nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war.

Zunächst einmal muss ich einleitend etwas ziemlich „langweiliges“ aber wichtiges sagen: Der deutsche Text sagt nicht das aus, was Jesus gesagt hat und was sein Jünger Johannes niedergeschrieben hat. Wie verstehen diesen Text die meisten Leser (mich lange Zeit eingeschlossen!).

  1. Jeder, der Durst hat, ist zu Jesus eingeladen
  2. Von jedem, der „schriftgemäß“ glaubt, werden „Ströme lebendigen Wassers fließen“
  3. Diese „Ströme lebendigen Wassers“ werden im nächsten Vers mit dem HG identifiziert
  4. Fazit: Wenn ich schriftgemäß an Jesus glaube, werde ich zur Quelle des lebendigen Wassers und der HG fließt aus mir heraus zu anderen

In dieser Weise übersetzen die meisten Bibeln den gr. Text und einige Kommentare folgen auch leider diesem Verständnis. Doch da gibt es einige Probleme:

  1. Wenn das NT den Begriff gebraucht: καθως ειπεν η γραφη = wie die Schrift sagt, dann wird meistens auf ein Zitat aus dem AT Bezug genommen. Und das AT wurde im NT auf unterschiedliche Art & Weise zitiert: wörtliches Zitat (wo eine Stelle aus dem AT, meistens aus der Septuaginta (= gr. Übersetzung des AT) zitiert wird, zusammen gesetztes Zitat (mehrere Bibelstellen auf einmal) oder sogar ein sinngemäßes Zitat (eine (oder einige) Bibelstelle(n) wird sinngemäß weitergegeben, nicht wortwörtlich zitiert). Das Problem ist: Es gibt nirgendwo im AT eine Aussage darüber, dass von einem Menschen „Ströme lebendigen Wassers fließen“ werden.
  2. Noch befremdlicher für das AT (und auch für das NT) ist das Verständnis, dass ein Mensch zum Spender des HG wird.

Auflösung des Problems:

  1. Die Satzzeichen sind in der Bibel erst bei späteren Übersetzungen dazugekommen. Die Autoren des NT schrieben den gr. Text entweder in Minuskeln (Aneinanderreihung gr. Kleinbuchstaben: andemletztendemgroßentag…) oder in Majuskeln (Aneinanderreihung gr. Großbuchstaben: ANDEMLETZTENDEMGROSSENTAG…)
  2. D. h., dass schon bei der Zeichensetzung einiges falsch übersetzt werden kann. So ist es zumindest, meiner Meinung nach (und einige Ausleger mit mir), hier passiert. Setzt man die Satzzeichen nämlich anders (und es gibt viele gute Gründe es zu tun), ergibt der Text einen ganz anderen und besseren Sinn.
  3. Die Übersetzung müsste dann lauten (und hier musst Du selber mal die Verschiebung der Satzzeichen nachvollziehen):„Am letzten Tag des Festes, dem großen Tag, stellte sich Jesus hin und rief: Wer Durst hat, komme zu mir, und es trinke, wer an mich glaubt. Wie die Schrift sagt: Aus Seinem Inneren (also von Jesus, anm. v. jaasch) werden Ströme von lebendigem Wasser fließen. Damit meinte er den Geist, den alle empfangen sollten, die an ihn glauben; denn der Geist war noch nicht gegeben, weil Jesus noch nicht verherrlicht war.“
  4. Jesus lädt alle Durstigen zu Ihm ein. „Von Jesus zu trinken“ ist eine Metapher für „an Ihn zu glauben“. Jetzt kommt eine ATliche Begründung (Jesus spricht ja hier zu Juden), warum jemand zu Jesus kommen sollte…
  5. weil aus Ihm „Ströme lebendigen Wassers“ fließen. Nun gibt es viele Stellen im AT, die die geistliche Erneuerung Israels mit dem Bild des „Wassers = HG“ ausdrücken: z. B. Jes. 44, 1-3 „Aber nun höre, Jakob, mein Knecht, und Israel, den ich erwählt habe. So spricht der HERR, der dich gemacht und von Mutterleibe an dich gebildet hat, der dir hilft: Fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob, und Jeschurun, den ich erwählt habe! Denn ich werde Wasser gießen auf das durstige und Bäche auf das trockene Land. Ich werde meinen Geist ausgießen auf deine Nachkommen und meinen Segen auf deine Sprösslinge.“
  6. Und das meint hier auch der johannäische Text. Der Vers 39 gibt die eindeutige Erklärung zur Wasser-Metapher: „Damit meinte er den Geist, den alle empfangen sollten, die an ihn glauben; denn der Geist war noch nicht gegeben, weil Jesus noch nicht verherrlicht war.“
  7. WIE BEKOMME ICH DIE FÜLLE DES GEISTES? Ich wende mich vertrauensvoll an Jesus, ich gehe also zur Quelle!

Halleluja! Ist das für Dich nachvollziehbar?

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Eine Antwort zu “Fülle des Heiligen Geistes I

  1. Pingback: Fülle des Heiligen Geistes II « context 21·

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