Macht und Ohnmach der Erinnerung.

Am Sonntag predigte ich in der Gemeinde „Schöne Aussicht“ über das Thema: „Brennst Du schon oder pennst Du noch?“. Es war im Grunde genommen der Beginn einer Reihe… In der Analogie zum herkömmlichen Kamin, bin ich dann bei der Asche stehen geblieben, die einerseits das Feuer langsam zum Erlöschen bringt, andererseits aber auch immer ein Hinweis auf ein (da gewesenes) Feuer ist. Bitterkeit als die Wurzel von Zorn, Hass, Unversöhnlichkeit, Sarkasmus usw., kann sich wie kalte Asche auf das Feuer unseres geistlichen Lebens legen und es ersticken. Darüber spricht Paulus in Epheser 4, 29-32:

Kein verdorbenes Wort komme aus eurem Mund, sondern nur eins, das gut ist zur notwendigen Erbauung, damit es den Hörenden Gnade gebe! Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid auf den Tag der Erlösung hin! Alle Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und Lästerung sei von euch weggetan, samt aller Bosheit! Seid aber zueinander gütig, mitleidig, und vergebt einander, so wie auch Gott in Christus euch vergeben hat!

Heute las ich einen Artikel von Miroslav Volf, der sich in seinem neuesten Buch mit Erinnerung auseinandersetzt. Er plädiert für einen richtigen Umgang mit Erinnerungen, als Weg zur Erlösung und Heilung. Nicht in der Erinnerung selbst (so wie bei Freud) liegt die Erlösung, sondern nur in einer richtigen Erinnerung in einem bestimmten Rahmen.

How then can salvation lie in remembering wrongdoing and suffering? Instead of simply protecting someone, it may wound another. Instead of generating solidarity with victims, it may breed indifference and reinforce cycles of violence. Instead of acknowledging wrongdoing, it may prop up victims’ false self-perceptions and unjust demands. Instead of healing wounds, it may simply repeat injury. Remembering wrongs will forge an identity, but it may be the identity of aperson imprisoned in his own past and condemned to repeat it. Notice the word “may” in previoussentences – memory of wrongs may wound, may breed indifference, may reinforce false selfperceptions. I am not arguing that remembering wrongs must do all that or even that, as a rule, it will. In no way do I want to one-sidedly associate remembering wrongs with perdition. Rather, my point is that such memory is dangerously ambiguous.

Ich kann diesen Artikel als „Einstiegsdroge“ für Volf nur sehr empfehlen.

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