Reich Gottes & Gemeinde

Scot McKnight postet gerade zu diesem wichtigen Thema. Zunächst einmal ist die Definition von Reich Gottes sehr wichtig.

Das Reich Gottes ist allumfassende königliche Herrschaft Gottes im Himmel und auf Erden. (Könnt ihr mit dieser Definition leben?)

Jesus kommt in diese Welt und seine Predigt beginnt mit denselben Worten wie die seines Cousins Johannes: „Tut Buße, denn das Reich Gottes ist (in meiner Person) nahe herbei gekommen!“ Er führt seine Jünger in die Geheimnisse des Reiches Gottes ein, trainiert sie, um selber die Botschaft und Kräfte des Reiches Gottes mitten in dieser Welt freizusetzen und als Er sie verlässt, gibt Er ihnen Befehl, das Reich Gottes „bis ans Ende der Welt“ zu tragen. Ist nun das Reich Gottes, das Jesus predigte und lebte mit der später entstandenen Gemeinde identisch oder nicht? Wenn JA, welche Konsequenzen hat das für die Ekklesiologie? Wenn NEIN, was ist dann mit dem Reicht Gottes, das Jesus Zeit Seines Lebens proklamierte?

Hier sind grob die verschiedenen Sichtweisen zu Reich Gottes & Gemeinde etwas graphisch aufgearbeitet: download

Was denkst Du darüber? In welcher Relation stehen Gemeinde & Reich Gottes? Welche Bedeutung hat das für uns heute? Welche Konsequenzen für das Leben in und außerhalb der Gemeinde? Wie verstehen wir Jesus hier richtig?

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4 Antworten zu “Reich Gottes & Gemeinde

  1. Hallo Freunde, danke für die Beiträge!

    @Dirk: Verstehe ich Dich richtig, dass Du meinst, die Gemeinde sei schon eine Parzelle des Reiches Gottes, aber qualitativ sei sie dem RG weit unterlegen? Das klingt sehr desillusioniert…, aber so stellt sich Gemeinde zweifellos dar.

    @Michael: Zu Deiner abschließenden Frage: Diese Antwort zu heute zu geben ist das Entscheidendste! Meine Antwort wäre: Die Gemeinde ist dann (und nur dann) die sichtbare Realität des Reiches Gottes, wenn sie der Ort der Verwirklichung der Herrschaft Gottes ist, wie Jesus es lehrte und lebte. Dementsprechend muss die Gemeinde heute ihre Verkündigung und Praxis neu auf Jesus eichen (oder besser gesagt, justieren). Gottes Herrschaft hat zum Ziel, allen Menschen an Seiner liebender Gemeinschaft (in Wort, Tat und übernatürlichen Wundern) teilhaben zu lassen. Und die Gemeinde/Kirche muss sich ganz neu darauf ausrichten.

    @Peter: Das ist bestimmt ein Aspekt, danke! Aber das scheint mir zu subjektiv zu sein. Natürlich muss sich der Einzelne der Herrschaft Gottes „beugen“ und sie in seinem Leben erlauben, aber Gott erwählt sich auch heute noch „ein Volk“, oder?

  2. @ liebe Freunde im Herrn Jesus Christus,
    Wie der geistig-mystische Leib Jesu Christi aus vielen einzelnen Glieder besteht, die durch den gleichen Akt und Wachstumsprozess zu wahre lebendige christliche Glieder geworden sind, und durch den gleichen Geist, der sie lehrt, formt und gestaltet, zu lebendige Wesen mit der Gesinnung Jesu Christi gekommen sind, gleich so,
    Besteht das Reich Gottes im Menschen!!!
    Jesus Christus hat das Reich Gottes, einem jeden einzelnen Menschen zugesagt zu erfahren in seinem Innern, der nach dem Erfüllen Gottes Heilsplan, auch seine Wiedergeburt erfahren hat durch den göttlichen und geistigen Samen Gottes, welches ist der Geist und das Wort mit dem Leben Gottes darinnen.
    Nicht die Gemeinde, sondern der Einzelne, ist der Träger der Saat Gottes, und wenn dann Menschen und neue Kreaturen Gottes, zusammen kommen und Gott so anbeten im Geist und in der Wahrheit, dann offenbart sich der Himmel und Gott unter den Menschen wie es geschrieben steht;
    „Siehe, die Hütte Gottes unter den Menschen“!
    Oder wie Apostel Paulus schreibt:
    „Gott ist offenbart im Fleisch“!
    Mit dieser Aussage hat Paulus nicht Christus gemeint, denn da wurde das Wort Gottes Fleisch wie es heißt, Sondern,
    Alle diejenigen, die durch den Gehorsams-Akt und Wachstum des Heiligen Geistes am Haupt Jesu Christi, zu ihrer Vollkommenheit gekommen sind und reine Herzen offenbaren vor Gott.
    Diese Erfahrungen wünsche ich Euch allen, zu der Saat Gottes zu gehören auf Erden. Peter Semenczuk

  3. Oh, hoch interessante Fragen.
    Wenn ich deiner Defninition von Reich Gottes folge:
    „Das Reich Gottes ist allumfassende königliche Herrschaft Gottes im Himmel und auf Erden.“ Dann kann die Gemeinde niemals mit Reich Gottes identisch sein. Die Gemeinde ist nicht die allumfassende Herschaft Gottes im Himmel und auf Erden. Also kann, wenn man dieser Definintion folgt. Grafik eins (Reich Gottes und Gemeinde deckungsgleich) nicht zutreffen. Kleiner Seitenhieb: Diese Grafik könnte aber das Verständniss vieler Gemeinden sein – Gemeinde und Reich Gottes ist deckungsgleich, weil: an den Grenzen unserer Gemeinde hört das Reich Gottes auf. Damit ist dann Gottes Herrschaft auf den „Herrschaftsbereich der Gemeinde“ reduziert. Tragisch!
    Wenn ich der Definition folge muss ich Grafik zwei annehmen. Gottes Herrschaft in Himmel und auf der Erde / Gottes Reich ist viel größer als die Gemeinde. Stichwort: Omnipresänz und Omnipotenz Gottes. Aber Gemeinde ist eine, wenn nicht sogar die sichtbare Realität des Reiches Gottes.
    Frage. Was ist Gemeinde und wann ist sie sichtbare realität des Reiches Gottes?

    _ _
    michael

  4. Spannendes Thema!

    Reich Gottes heißt für mich:
    Es bricht dort auf, wo Menschen in Berührung mit Jesus Christus kommen und so eine christozentrische Veränderung erfahren.
    Klar – und eines Tages dann das Happy End:
    Überall und immerzu „Reich Gottes“ – chronisch.

    Entsprechend zur Grafik würde m.E. Punkt 2 am besten passen:
    Denn die gemeindlich Versammelten versammeln sich deswegen, weil sie persönlich ein Stück vom Reich Gottes erfahren haben – und sie wollen mehr davon.
    D.h.: In sie wurde die „Reich-Gottes-DNA“ gepflanzt.
    Gott schafft somit die Gemeinde als einen partiellen Ausdruck des Reiches Gottes.

    Der Unterschied zwischen Reich Gottes und Gemeinde:
    Das Reich Gottes ist hundertpro göttlich – kein Wischiwaschi.
    Die Gemeinde ist ursprünglich göttlich, zielt auch immer wieder darauf ab, aber ist halt auch wischiwaschi.

    Eine (wahrscheinlich von vielen anderen) Konsequenz ist für mich:
    Ich erwarte keine Wunder von der Gemeinde.
    Aber vom dem, der dahinter steckt.

    Ich rechne mit Fehlverhalten (=Lieblosigkeit etc.) in der Gemeinde.
    Aber nicht im Reich Gottes.

    Mit dieser Sichtweise wird die Gemeinde nicht zum erlösenden Faktor, sondern sie bleibt in der Abhängigkeit von Gott und Seinem Eingreifen.

    Andererseits ist die Gemeinde nicht abgekoppelt vom Reich Gottes.
    Sie ist zwar mit manchen Fehlern behaftet, aber sie kann und soll ein erster sichtbarer Ausdruck vom Wesen des Reiches sein.
    Das wiederum bedeutet: Verantwortung.
    Aber eine Verantwortung, die sich bewusst:
    Wir können niemanden erlösen und befreien – das kann nur Gott.
    Aber wir stehen in der Verantwortung, diesem Wirken Gottes an, in und durch uns gegenüber offen und förderlich zu sein.

    So long.

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