Taufe mit dem Heiligen Geist IV

Dass die TmdHG eine ATliche Verheißung ist, haben wir bereits in Teil III gesehen… Heute will ich zeigen, dass sowohl Jesus selbst, als auch die Apostel die TmdHG als besondere Kraftausrüstung zum Dienst erfahren haben, obwohl der erstere auch schon vorher im vollen Sinne Sohn Gottes und die letzteren im weiteren Sinne vollwertige Söhne Gottes waren. Zunächst zu Jesus, dem Sohn Gottes.

Zu Beginn seines öffentlichen Wirkens lesen wir erstaunliches über Jesus:

Lukas 3:21-22 Es geschah aber, als das ganze Volk getauft wurde und Jesus getauft war und betete, dass der Himmel geöffnet wurde 22 und der Heilige Geist in leiblicher Gestalt wie eine Taube auf ihn herabstieg und eine Stimme aus dem Himmel kam: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.

Wenn Jesus Gottes Sohn war, seit wann war er es? Antwort: seit Ewigkeiten! Aber warum noch diese „Geistestaufe“ und die „himmlische Proklamation“ seiner Sohnschaft? Nun, Jesus beginnt hier sein öffentliches Wirken. Und genauso wie bei der Wassertaufe an sich, die Jesus folgendermaßen kommentiert:

Matthäus 3:15 …lass es jetzt so sein! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen.

…, so auch bei der Geistestaufe… Jesus ist für uns nicht nur Vorbild, sondern auch der „erste unter den Brüdern“, dessen Fusstapfen wir folgen sollten und dessen Erfahrungen wir hier nacheifern sollten.

Und erst nach dieser Geistestaufe lesen wir vom Sohn Gottes, dass er „in der Kraft des HG“, predigte, lehrte, heilte, Dämonen austrieb und Wunder tat.

Lukas 4:1 Jesus aber, voll Heiligen Geistes, kehrte vom Jordan zurück und wurde durch den Geist in der Wüste vierzig Tage umhergeführt…

Lukas 4:14 Und Jesus kehrte in der Kraft des Geistes nach Galiläa zurück, und die Kunde von ihm ging hinaus durch die ganze Umgegend.

Lukas 4:17-21 Und es wurde ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht; und als er das Buch aufgerollt hatte, fand er die Stelle, wo geschrieben war: 18 «Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, Armen gute Botschaft zu verkündigen; er hat mich gesandt, Gefangenen Freiheit auszurufen und Blinden, daß sie wieder sehen, Zerschlagene in Freiheit hinzusenden, 19 auszurufen ein angenehmes Jahr des Herrn.» 20 Und als er das Buch zugerollt hatte, gab er es dem Diener zurück und setzte sich; und aller Augen in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. 21 Er fing aber an, zu ihnen zu sagen: Heute ist diese Schrift vor euren Ohren erfüllt.

Allen war diese Vollmacht offensichtlich, auch den Leuten in seiner Heimatstadt, allerdings fingen diese an Jesus auf sein „natürliches Maß“ zu reduzieren:

Lukas 4:22-24 Und alle gaben ihm Zeugnis und wunderten sich über die Worte der Gnade, die aus seinem Mund hervorgingen; und sie sprachen: Ist dieser nicht der Sohn Josefs ? 23 Und er sprach zu ihnen: Ihr werdet jedenfalls dieses Sprichwort zu mir sagen: Arzt, heile dich selbst! Alles, was wir gehört haben, dass es in Kapernaum geschehen sei, tu auch hier in deiner Vaterstadt! 24 Er sprach aber: Wahrlich, ich sage euch, daß kein Prophet in seiner Vaterstadt angenehm ist.

„Christus“, oder hebr. „meschiach“ heißt übersetzt „der (vom HG) Gesalbte“ und hier bekommt Jesus diese Salbung des Geistes und das Zeugnis der Sohnschaft. WOW – ich bin überwältigt… Wenn sogar Jesus, der Sohn Gottes, eine solche Geistestaufe brauchte, um in der Vollmacht Gottes zu wirken, wieviel mehr seine Nachfolger, die viel weniger von der „göttlischen Natur“ in sich haben…

Nun kommen wir zu den Jüngern, später Apostel genannt. Aber lass mich zuvor etwas ausholen. In täuferischer Theologie (der ich mich ebenfalls verbunden fühle) wird die TmdHG immer mit der Widergeburt gleichgesetzt. Man will diese beiden Ereignisse auch nicht einzeln betrachten. Der theologische Satz: TmdHG = Wiedergeburt und umgekehrt ist ein unwiderrufliches Dogma der Wiedertäufer und fast aller Freien Evangelikalen! Ich würde diesem Dogma ebenfalls zustimmen, aber nicht in dieser Grundsätzlichkeit. Wenn wir alle Stellen aus der Bibel (wo es direkt oder indirekt um die TmdHG geht) sorgfältig untersuchen, dann ergibt sich für mich (und natürlich für viele andere Theologen und Exegeten!) folgendes Bild:

  1. Die Wiedergeburt bedeutet, an Jesus als seinen Erlöser zu glauben (s. Joh. 3) und wird durch den HG (pneumatos = Wind = HG = Atem) verursacht. Der Begriff „Wiedergeburt“ kommt so in der Bibel gar nicht vor, sondern nur als „gezeugt werden von neuem oder von oben“. Paulus gebraucht „Glauben an Jesus“ als adäquates Synonym zum johannäischen Verstandnis der „Wiedergeburt“. An „Jesus glauben“ ist bei Pls. ebenfalls ein Werk des HG!
  2. Bei der Wiedergeburt tut den Mensch Buße (metanoia = ändere dein Denken, deine Meinung), die in dem Eingeständnis und Bekenntnis eigener Schuld vor Gott und Menschen zum Ausdruck kommt.
  3. Dann kommt die Wassertaufe (meistens simultan zum Bußbekenntnis) dazu. Der HG trifft den Menschen mitten ins Herz, so dass sein Glaube freigesetzt wird, er steigt ins Wasser, bekennt dabei seine Sünden vor Gott und allen Anwesenden und …
  4. erlebt die TmdHG. Was hier „prozesstechnisch seziert“ in 4 aufeinanderfolgenden Schritten stattfindet, sieht nach aussen wie ein Ereignis aus. Die Reihenfolge der einzelnen Schritte kann sich übrigens auch im gewissen Rahmen ändern, aber dazu später… Wenn wir in die APG schauen, werden wir zwei Dinge beobachten können: a) Wiedergeburt & TmdHG laufen völlig synchron (oder simultan) ab und b) die Wiedergeburt & die TmdHG laufen völlig asynchron (oder konsekutiv) ab.

Es ist fast so wie bei einem Autostart. Was als ein Ereignis gesehen und erlebt wird, ist in Wahrheit eine Verkettung von einzelnen Ereignissen, die (wenn´s gut geht!) einen Wagen zum Start führen. Während ich morgens mein Auto anlasse, geht das Radio an und Musik erklingt… Hier finden in einem Moment eine ganze Anzahl von Ereignissen statt. Je nach Ausstattung/Konfiguration des Autos können alle Ereignisse gleichzeitig stattfinden, oder auch zeitlich verzögert/versetzt nacheinander. Und nun kann man sich (hoffentlich nicht!) streiten, ob nun die TmdHG eine „zweite, dritte oder … Erfahrung ist“… In der Apostelgeschichte und in den Briefen finden wir alle Varianten der Geistestaufe.

Nun zurück zu den Jüngern. Könnten wir alle darin übereinstimmen, dass die Jünger Jesu alle bereits vor Pfingsten „Wiedergeboren = im vollen Sinne Gläubig“ waren? War es denn nicht auch der Schächer am Kreuz? Und was ist mit allen „Heiligen“ des AT? Wenn ich Paulus richtig verstehe, kann ihrem Glauben nichts mehr hinzugefügt werden – sie müssen also auch im baptistischen Sinne als Wiedergeboren gelten, oder? Doch, keiner von ihnen hatte die TmdHG (so wie in Teil III definiert) erlebt…

Also, ist die TmdHG nicht = Wiedergeburt! Obwohl die beiden spirituellen Events in der Regel, (aber sogar Paulus war eine Ausnahme dieser Regel) zusammenfallen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s