Taufe mit dem Heiligen Geist VII

Und die Geschichte des HG geht weiter …

Ich habe in den letzten Tagen inzwischen 6 Posts zum Thema „Taufe mit dem Heiligen Geist“ veröffenlicht und freue mich über das rege Interesse am Thema. Ich habe jeden Tag ca. 100 Leser, die das Thema anscheinend mit großem Interesse mitverfolgen, denen ich zunächst danken möchte. Ich will euch allerdings auch dafür gewinnen, eure eigenen Erfahrungen, Fragen oder Kommentare zum Thema TmdHG hier loszuwerden, damit aus einem Monolog ein Dialog, oder mehr entstehen kann. Danke für eure Beteiligung soweit!!!

Zuletzt waren wir in Cäsarea stehen geblieben. Auf der dritten Missionsreise trifft Paulus 12 Jünger in der Stadt Ephesus, die durch den feurigen Evangelisten Apollos zum Glauben gekommen sind. Apollos war ein ehemaliger Johannesjünger und hatte daher noch hier und da „theologische Lücken“, die Priscilla (eine Frau!) und Aquila aber sehr behutsam und gründlich ausbesserten. Am Glauben (= Wiedergeburt, für die Baptisten unter uns 😉 ) der 12 Jünger hatte Paulus nichts auszusetzen, daher taufte er sie auch ohne Widerrede (hier endlich auch eine theologische Begründung der Wiedertäufer 😉 ). Aber noch etwas fiel dem Apostel auf: irgend etwas stimmte wohl nicht an der geistlichen Dynamik (gr. dynamis theou = Kraft Gottes, synonym für das Wirken des HG) der Jünger. Und auf die Frage (APG 19:2): „Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, nachdem ihr gläubig geworden seid? “ – kam Paulus nur Schulterzucken entgegen (Acts 19:2): Wir haben nicht einmal gehört, ob der Heilige Geist überhaupt da ist.

Diese Passage aus der APG gibt Anlass zu einigen Schlussfolgerungen bez. der TmdHG:

  1. Paulus erwartet die TmdHG unmittelbar nach/mit dem Gläubig werden, also simultan zur Bekehrung/Wiedergeburt. So geschehen auch in APG 2:37-39 „Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den anderen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Brüder ? 38 Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. 39 Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die in der Ferne sind, so viele der Herr, unser Gott, hinzurufen wird.“
  2. Am Gläubig sein der 12 Jünger in Ephesus kann kein Zweifel bestehen, weil: a) der Terminus mathätas sich in der APG immer auf (echte) Jünger, d. h. Gläubige bezieht, b) Paulus ihren Glauben nicht anzweifelt und c) Paulus sie daher ohne Bußaufruf und Bedenken tauft (nach der APG werden aber auch nur Glaubende der Wassertaufe unterzogen).
  3. Hier findet die TmdHG nicht simultan, sondern verzögert nach der Bekehrung/Wiedergeburt (wie viel verzögert wissen wir in diesem Fall nicht), also konsekutiv, statt. So wie auch in Samarien und bei Paulus zuvor.
  4. Die TmdHG scheint bei den Ephesern deshalb ausgeblieben zu sein, weil sie darüber gar nicht belehrt worden sind: Wir haben nicht einmal gehört, ob der Heilige Geist überhaupt da ist.
  5. Die TmdHG kann aber anscheinend „nachgezogen“ werden, wenn a) der Mangel erkannt, b) die Wissenslücke beseitigt und c) um die Geistestaufe gebetet wird.

OK, mit diesem Teil VII entlasse ich euch ins Wochenende. Lasst mich bitte an euren Gedanken teilhaben…

CU

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Eine Antwort zu “Taufe mit dem Heiligen Geist VII

  1. Ja, die Stelle zeigt, dass der Geistempfang nicht zwangsläufig mit der Bekehrung/Wiedergeburt zusammenfällt und „nachgezogen“ werden kann. Die Reaktion des Paulus zeigt aber auch, dass er damit eigenlich nicht gerechnet hat, dass also für ihn beides eigentlich zusammen gehört.
    Noch eine Anmerkung zur Taufe, die hier Paulus vollzieht: Für mich ist das kein Argument für eine „Wiedertaufe“, da ja diese Jünger ausdrücklich nicht auf den Namen Jesu getauft wurden, sondern auf die Taufe des Johannes. Apg. 19,4 differenziert hier deutlich zwischen einer Taufe des Johannes und einer christlichen Taufe… (ich will hier aber kein neues Streitthema eröffnen ;)).
    Spannend an dem Text (Apg. 19) find ich ja die Sache mit dem Wissen: Sie haben nichts vom Heiligen Geist gehört und haben ihn deswegen nicht empfangen!?! Ist das ein Argument dafür, dass der Heilige Geist nur dort wirken kann, wo man sich seiner bewusst ist? Wenn also in einer Gemeinde nicht, oder nur wenig über den Heiligen Geist gesprochen wird, dann wirkt er auch nicht oder nur wenig?

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