Taufe mit dem Heiligen Geist X

Heute geht es um die Voraussetzungen für die TmdHG. Die wichtigsten zwei Fragen, die sich bei dieser Thematik ergeben sind:

  1. Gibt es bestimmte Voraussetzungen, die man erfüllen soll, um die TmdHG zu empfangen?
  2. Oder geschieht/passiert die TmdHG einfach, als völlig passives Ereignis, bei dem der Beteiligte nichts dafür/dagegen tun kann?

Die zweite Meinung vertritt z. B. Martyn Lloyd-Jones. Er sagt, dass die TmdHG einfach passiert und der Empfangende nichts dafür tun kann – es passiert einfach. Ich kann Lloyd-Jones in einer Hinsicht in diesem Punkt recht geben: Die Erfahrung der TmdHG selbst ist ein passives Ereignis für den Empfänger (s. Pfingsten, Samarien, Cäsarea usw.) In dem Moment, in dem der HG kommt, erfüllt und tauft, sind wir lediglich nur Empfangende, der HG tut in dem Moment etwas mit uns und nicht wir! Der HG kontrolliert die TmdHG samt Manifestationen total. In diesem Sinne (und nur in diesem!) ist die TmdHG ein für den Beteiligten passives Ereignis, wo es nicht darum geht, noch die eine oder andere Voraussetzung zu erfüllen – nein hier sind wir Beschenkte, Gesalbte, Getaufte und nichts mehr!

Anders ist es, wenn es um die „Vorbedingungen“ zur TmdHG geht. Hier nennt uns die Schrift einige:

  1. Die Jünger mussten warten – Jesus selbst hat es ihnen so befohlen. Und sie warteten betend 10 Tage lang.
  2. Die Zuhörer der Pfingstpredigt mussten Buße tun und sich taufen lassen und erst danach würden sie den verheißenen Geist bekommen.
  3. Die Christen in Samarien mussten auf das Gebet der Apostel warten und erst danach wurden sie mit dem HG getauft
  4. Für Paulus wurde erfolgreich um Heilung gebetet, danach bekam er den HG und wurde anschließend getauft.
  5. Kornelius und sein Haus mussten Petrus einladen und erst während einer geisterfüllten Predigt wurden sie mit dem HG getauft
  6. Die Jünger in Ephesus brauchten erstmal eine sorgfältige Unterweisung des Paulus über den HG, danach wurden sie auf den Namen Jesus getauft und erst nach dem Gebet mit Handauflegung erlebten sie die TmdHG

Diese Ereignisse aus der APG zeigen, dass sehr wohl einige Voraussetzungen erfüllt werden müssen, bevor jemand mit dem HG getauft wird. Natürlich können wir den HG nicht in ein Schema pressen, nach dem Motto: Jetzt drücke ich mal Knöpfchen A, dann B, dann C, und dann muss es aber „fließen“. Es gibt im geistlichen Leben keinen mechanischen Automatismus! Was ich damit meine? Es gibt z. B. die Verheißung:

Maleachi 3:10: Bringt den ganzen Zehnten in das Vorratshaus, damit Nahrung in meinem Haus ist! Und prüft mich doch darin, spricht der HERR der Heerscharen, ob ich euch nicht die Fenster des Himmels öffnen und euch Segen ausgießen werde bis zum Übermaß!

Wenn nun jemand diese Verheißung „wortwörtlich“ nimmt und sie als „rentablen Investmentfond“ auslegt, wird er sehr enttäuscht werden. Obwohl er „technisch“ alles richtig machen sollte, bezweifle ich, dass seine „Zinsertragsrechnung“ je aufgehen würde. Warum ist das so? Ist das Wort Gottes (zumindest an einigen Stellen) doch nicht vertrauenswürdig oder gar nicht so irrtumslos, wie es einige behaupten? Sind geistliche Prinzipien doch nur willkürlich? Kann man denn darauf überhaupt bauen?

Geistliche Prinzipien arbeiten selten nach dem Ursache-Wirkung-Prinzip. Im geistlichen Leben greift eher das Saat-Und-Ernte-Prinzip. Paulus drückt es über seinen Dienst so aus:

1 Kor 3:6-7:  Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber hat das Wachstum gegeben.  7 So ist weder der da pflanzt etwas, noch der da begießt, sondern Gott, der das Wachstum gibt.

Das Wunder des Lebens (hier Wachstum) ist immer in der Hand Gottes! Dasselbe gilt auch für die TmdHG! Aber wenn der Landwirt weder pflügen, noch säen, noch jäten, noch düngen sollte, wird er das Wunder des Wachstums und der Ernte nie erleben.

Der Mensch, als Krönung der Schöpfung und nach dem Ebenbild Gottes geschaffen, ist dazu privilegiert, am Schöpfungsgeschehen Gottes (durch seinen bestimmten verantwortbaren Part) aktiv teilzunehmen. Nimmt der Mensch diese seine Verantwortung nicht wahr, kann auch selbst Gott ihm nicht helfen. Gott hat seine eigene Allmacht damit für sich selbst beschränkt, dass er den Menschen frei und verantwortlich geschaffen hat. Der Satan, aber niemals Gott, nimmt dem Menschen jegliche Verantwortung ab!

Nach diesem kleinen theologischen Exkurs nun wieder zur TmdHG. In diesem o. g. „landwirtschaftlichen“ Sinne sehe ich schon einige konkrete Voraussetzungen für den Empfang der TmdHG:

  1. Warten auf den HG, wenn bereits alle Voraussetzungen erfüllt sind. Das tun die 120 Jünger in Jerusalem und heutzutage Millionen Menschen, die um Erweckung und Erneuerung beten.
  2. Umkehr, Buße = Wiedergeburt. Das taten die Zuhörer der ersten Predigt des Petrus.
  3. Jesus sagt im Zusammenhang der TmdHG folgendes, John 7:37-39:  „Am letzten Tag des Festes, dem großen Tag, stellte sich Jesus hin und rief: Wer Durst hat, komme zu mir, und es trinke,  wer an mich glaubt. Wie die Schrift sagt: Aus seinem Inneren werden Ströme von lebendigem Wasser fließen. Damit meinte er den Geist, den alle empfangen sollten, die an ihn glauben; denn der Geist war noch nicht gegeben, weil Jesus noch nicht verherrlicht war.“ Also ist „durstig sein und zu Jesus kommen“ eine der entscheidendsten Voraussetzungen. Man bedenke auch, dass Jesus selbst DER „Geisttäufer“ ist!
  4. Die APG berichtet nicht direkt, warum die TmdHG in Samarien erst später nach der Wiedergeburt und in Anwesenheit der Apostel stattfinden musste, aber aus der heilsgeschichtlichen Perspektive machte es später Sinn (ebenso wie bei Kornelius). Denn die wahrnehmbare und offensichtliche TmdHG der Heidenvölker war für Petrus DAS Argument für die globale Gnade Gottes in Jesus Christus. Hier handelt der HG offenbar aus heilsgeschichtlichen Gründen anders als „normalerweise von uns heute“ erwartet.
  5. In Ephesus wussten die Jünger nichts vom HG, daher ist die TmdHG bei der Wiedergeburt auch „ausgefallen“. Nachdem sie dann Paulus unterrichtet, getauft und explizit dafür gebetet hat, kam der HG auf die Jünger. Die Belehrung über den HG und sein Werk scheint hier DIE Voraussetzung gewesen zu sein.

Fällt euch noch was aus der Schrift auf?

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Eine Antwort zu “Taufe mit dem Heiligen Geist X

  1. Das mit dem Saat-Und-Ernte-Prinzip gefällt mir sehr gut. Es drückt sehr schön Gottes Souveränität aus: Er ist derjenige der Wachstum schenkt, wir können das nicht machen. Aber der Vegleich macht auch deutlich, dass wir die Bedingungen für Wachstum fördern oder behindern können.
    Für mich macht das auch deutlich, dass manchmal schon etwas da ist und von Gott gewirkt ist (ein Same in der Erde), auch wenn wir noch keine Auswirkungen und Früchte sehen. Zum Saat-Und-Ernte-Prinzip passt ja auch Gal. 5,22, die Frucht des Geistes.

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