Ein modernes Gleichnis

Das Reich Gottes gleicht einem Königreich, das neue Gebiete erobert.

Eines Tages entdeckten einige Späher im Dschungel ein Fürstentum, mitten im Königreich, das der Feind Natas für sich erobert hatte – es war das Land Noiz-Rethcot. Hier herrschten Chaos, Unterdrückung, Minderwertigkeit und Verachtung. Die Menschen darin waren gefangen, sie durften weder vom König reden, noch ihn ehren und schon gar nicht ihm dienen.

Die Späher wandten sich an ihren König, mit der Bitte, dieses Land für Ihn zu erobern, um dort Seinen Frieden wieder herzustellen. Der König war nicht nur sehr erfreut über den Mut und die Entschlossenheit seiner Pioniere, sondern gab ihnen auch das Mandat für ihren Einsatz. Die Pioniere gingen nun, wie es sich in dem Land gehörte, sofort zu den Generälen des Königs. Diesen vertraute der König den Oberbefehl für Seine Truppen an. Die Generäle hörten sich die Mission der Pioniere an und gaben in Übereinstimmung mit ihrem König den Marschbefehl für ein speziell ausgebildetes SWAT-Team, zu dem auch die Pioniere gehörten. Von nun an arbeitete das SWAT-Team gemeinsam mit den Generälen unermüdlich Pläne, Strategien und Kampftechniken aus, um das Land Noiz-Rethcot für ihren König zu erobern.

Eines Tages war es soweit, und das SWAT-Team bekam seinen Marschbefehl. Der Kampf begann, und jeder aus dem SWAT-Team wusste, er würde lange und heftig werden. Schon zu Beginn des Kampfes kam es aber dazu, dass einer der Generäle den Einsatz aufgrund eigener, privater Überzeugungen fast zum Scheitern brachte. Nach diesem „Schuss und Verwundungen aus den eigenen Reihen“ berappelte und sammelte sich das Einsatzteam wieder und ging wieder in den Kampf in den Dschungel.

Währenddessen erfuhr auch Natas, dass für ihn Gefahr im Verzug war. Da Natas sehr listig und gerissen war, begann auch er mit seinen Generälen Pläne zu schmieden, wie er die Truppen des Königs besiegen und sein finsteres Fürstentum verteidigen könnte. Da er aber alleine das SWAT-Team nicht aufhalten konnte, entschied er sich für einen alten und miesen Trick: den Bilateral-Krieg (Zwei-Fronten-Krieg). Er wandte sich nun zuerst an die Generäle des Königs, um ihnen ein „Friedens-Angebot“ zu unterbreiten. Er bot ihnen sogar Geld und Ehre an und machte einige wohlgemeinten Kompromiss-Vorschläge, doch sie dienten nur einem einzigen Zweck – der Eroberungszug sollte um jeden Preis boykottiert werden. Und siehe da, die Generäle akzeptierten mehrheitlich und ohne große Widerrede das „Friedensangebot“ von Natas. Dazu kam es auch noch zu einer inneren Spaltung innerhalb der Generalität. Der erste Kollateralschaden des Natas war ein voller Erfolg!

Von alledem wusste natürlich das SWAT-Team nichts. Sie kämpften währenddessen an der Front, vergossen Schweiß und Blut und Tränen. Der Sieg war schon zum greifen nahe… Doch plötzlich, wie aus heiterem Himmel, kam von den Generälen des Königs der Befehl zum Rückzug. Die Einsatztruppen waren entsetzt: Ein Rückzug mitten in der heißen Phase einer schon fast gewonnenen Schlacht? Sie redeten auf die Generäle ein, sie sollten doch auf das Mandat des Königs hören und sich nicht von Natas einschüchtern oder kaufen lassen… Schließlich gaben die Generäle wieder nach und erteilten dem SWAT-Team erneut das Einsatzkommando. Doch auch Natas wandte sich wieder an die Generäle – doch dieses mal mit allerlei Drohungen, Beschimpfungen, Einschüchterungen, Warnungen und Angsttiraden. Und die Generäle? Sie kippten wieder (zumindest streng, demokratisch-mehrheitlich)! Nun gerieten sie selber in die Schußlinie des Feindes (ironischerweise war die SWAT-Einheit zu dem Zeitpunkt schon seit über einem Jahr unter Beschuss!). Wieder wurde Rückzug geblasen. Und wieder stellten sich die Pioniere vor die Generäle. Sie bekannten sich mutig zu ihrer Mission und erklärten ihre Bereitschaft, bis zum letzten Blutstropfen für die Sache des Königs zu kämpfen. Dieser Mut wurde ihnen von den Generälen nun z. T. als Aufmüpfigkeit und Rebellion gegen sie selbst (die Generäle) ausgelegt. Nach langem Hin und Her innerhalb der Generalität wurde dann doch wieder der Einsatzbefehl gegeben…

Inzwischen war das SWAT-Team müde, verwundet und verletzt, der Zwei-Fronten-Krieg forderte seinen Tribut… Und die Verwundungen durch das „Friendly Fire“ aus den eigenen Reihen waren allerdings viel heftiger, als die von den Truppen des Natas. Denn es stellte sich heraus, dass Natas´ Truppen eigentlich keine Waffen mehr besassen. Der König hatte sie bei einem eigenen Kriegszug, lange vor seinem Mandat an das SWAT-Team, völlig entwaffnet.

Der Kampf ist noch nicht zu Ende. Die Bilateralschäden sind groß. Das Land Noiz-Rethcot ist immer noch von den Truppen des Natas besetzt. Das Mandat des Königs steht. Das SWAT-Team kämpft und schwitzt und blutet immer noch – bilateral. Was werden die Generäle machen?

Und vor allem: was wird der König mit Seinen Generälen machen?

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2 Antworten zu “Ein modernes Gleichnis

  1. Großartiges Gleichnis! Meine Frau war sehr stolz es noch vor mir entschlüsselt zu haben. Hab es heut als Predigttext verwendet. Das ist hoffentlich in deinem Sinne.

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