Beziehungskisten 02

Beziehungsintelligenz war das letzte Stichwort in meinen ersten Beitrag zum Thema Beziehungen. Nun ist es aber auch tatsächlich so, dass das Gelingen von Beziehungen offensichtlich nicht viel mit Intelligenz zu tun hat. Wir kennen genug Beispiele dafür aus unserem Umfeld und den Medien, wo durchaus Intelligente und Intellektuelle total beziehungsunfähig sind oder gar an derselben scheitern. Der Begriff Beziehungsintelligenz soll nicht so verstanden werden, dass das Wohl oder Übel unserer Freundschaften in einer relativen Proportion zu unserem IQ steht. Er soll lediglich besagen, dass Beziehungen ein komplexes Gebilde sind, das viel Intelligenz  und daher auch unsere volle Aufmerksamkeit, Hingabe und ausdauernde Lernbereitschaft erfordert. Die in Schulen neuerdings eingeführte „Kopfnote“ sollte auf dieses Problem aufmerksam machen und Abhilfe schaffen. Intelligenz ist allerdings nicht nur Wissen, sondern die besondere Fähigkeit sein ganzes Wissen, Können und seine Erfahrungen zur Lösung eines Problems heranzuziehen. Intelligenz hat zunächst einmal nichts mit deinem Schulabschluss, Abi-Schnitt, Beruf, Karriere zu tun. Eine einfache Hausfrau (Verzeihung für das Beispiel, weil es gleichzeitig auch ein Klischee in sich birgt), kann demnach viel intelligenter sein als ein Politiker, der Firmenboss, oder Arzt, der ein Dr. vor seinem Namen stehen hat. Intelligenz führt zur Kompetenz oder sie ist keine Intelligenz. Die Bibel hat für diese Begriffe ein Wort: Weisheit!

Daher führt auch Beziehungsintelligenz zur Beziehungskompetenz. Nun könnte man sich lange darüber streiten, wo das eine beginnt und das andere aufhört. Aber darum geht es mir hier nicht. Meine These ist: Aus Beziehungsintelligenz entsteht Beziehungskompetenz!

Ein Beispiel.

Die Werte, Ethik und Moral, die uns die Bibel in den 10 Geboten bezüglich zwischenmenschlicher Interaktionen vermittelt, sind durch und durch intelligent. Wir nehmen z.B. das Gebot:

Du sollst nicht stehlen!

Das sollte jeder erlernen, wissen, beherzigen, einüben – wie den Satz des Pythagoras in Mathe. Keiner von uns will bestohlen, über´s Ohr gehauen oder betrogen werden. Passiert das trotzdem, hat das unmittelbare Auswirkungen auf unsere sozialen Netzwerke: Familien, Beziehungen, Unternehmen oder eine gesamte Gesellschaft. An diesem Beispiel lässt sich auch sehr gut darstellen, dass es keine „privaten“ Sünden, Konflikte oder Gesetzesverstöße gibt. Beklaue deinen Nachbarn, betrifft es (wenn es gut geht, und der Fall klar ist…, und schnell gelöst werden kann) zwei Personen, zwei Familien, doch meistens geht es weiter: Polizei, Behörden, Richter, Versicherungen, usw. Dasselbe passiert im größeren Rahmen bei Versicherungsbetrug: kommt einer davon und es gelingt ihm wirklich, so an Geld zu kommen…, machen es andere genauso…, Beiträge steigen und Schwuppdiwupp…, sind 1000de betroffen. Warum? Wir alle sind Teil eines sehr sensiblen sozio-ökonomischen Ökosystems, wo der „Flügelschlag eines Schmetterlings einen Tropensturm verursacht“.

Und hier beginnt Beziehungsintelligenz: Die tiefe Einsicht in meine und deine sozio-ökonomische Vernetzung. Damit kommen dann Themen wie: Verantwortung, Ethik und Moral in´s Spiel. Aber diese Themen, sind leider weder Teil unserer Lehrpläne in der Schule, noch Bestandteil der Curricula an den Universitäten…, und meistens noch nicht einmal Inhalte des kirchlichen Lebens.

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