Habe ich da wirklich was nicht verstanden, Mr. Yandoomoo?

Stell Dir vor, ich bringe eine Geschichte über Dich in Umlauf… – JA! ÜBER DICH! – wobei wir uns nie wirklich begegnet sind. Ich habe nie was von Dir gelesen, war nie mit Dir Essen, habe Dich nie persönlich interviewed, ich kenne Dich nicht und will es auch (aus bestimmten Gründen!) so belassen. So weit so gut! Keiner von uns kann in eine persönliche Beziehung mit inzwischen über 6. Mrd. Individuen treten. Aber was bringt (oder zwingt?) mich dazu, einen Kommentar zu, oder gar eine Geschichte über, sagen wir mal, Mr. Yandoomoo, in Umlauf zu bringen? Und es kommt noch besser: es ist ein vernichtender, verurteilender Kommentar und eine sehr delikate, zweifelhafte Geschichte. Nun, obwohl ich Mr. Yandoomoo nicht persönlich kenne, habe ich einiges über ihn gehört… – in den Medien, in sozialen Netzwerken, in laaangen Posts, ja es gibt sogar echte Youtube-Videos über ihn… – das sind doch echte Quellen, aus denen ich schöpfen und mich informieren kann, oder?

Wie gehen wir mit Informationen aus 2ter Hand in der virtuellen Welt um? Welchen Wert haben Posts und soziale Netzwerke in der Meinungsbildung? Welche Rolle spielen dabei die Medien? Und vor allem: welche ethische Verantwortung haben wir in der Verbreitung und Multiplikation solcher Nachrichten? Welche Chancen und welche Gefahren stecken in einer (oft anonymen) absolut freien, nicht kontrollierten und nicht kontrollierbaren virtuellen Medienlandschaft, für die es keinen ethischen Codex gibt? Wie gehen Christen damit um, die sich der Aufrichtigkeit genauso verpflichtet wissen, wie der Richtigkeit (im Sinne der Wahrheit)?

Reicht es, sich über Jemanden in der virtuellen Welt und in den Medien zu informieren?

Nein, ganz bestimmt nicht! Das Problem ist, dass Wahrheit und Lüge so massiv, allgegenwärtig und dicht gedrängt nebeneinander stehen, dass uns der Blick für die Realität fast unmöglich wird. Dazu kommt noch, dass wir von Medien nicht selten bewusst getäuscht und manipuliert werden – die amerikanische Irakpolitik und die Informationspolitik des Atommeilen-Betreibers in Fukushima sind nur zwei Beispiele dafür.

Andererseits, wer drängt (oder zwingt?) Dich dazu, zu Jedem und Allem eine öffentliche Meinung zu haben? Im Zeitalter der Mediensintflut ist es fast unmöglich noch die einzelnen Flüsse zu identifizieren. Können wir selbst hier einen Ruhepol haben? Einen festen Standpunkt? Eine Arche, die uns rettet?

Ich kann all diese Fragen nicht beantworten! Ich will nur folgendes tun: Ich will  Mr. Yandoomoo persönlich kennen lernen und mit ihm in eine spannende Konversation einsteigen!

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Eine Antwort zu “Habe ich da wirklich was nicht verstanden, Mr. Yandoomoo?

  1. Finde ich gut was du geschrieben hast. Nur gibt es doch einen Unterschied zwischen Personen der Oeffentlichkeit und privaten Personen. Frau Merkel, Lady Gaga, Rick Warren usw. sind Personen die sich der Oeffentlichkeit stellen, indem sie Ihre Kunst, Meinungen, Arbeit oder Buecher oder was auch immer der Gesellschaft zur Verfuegung stellen, dienen oder ihr Geld damit machen…sie werden immer mit Kritik oder Wohlwollen rechnen muessen, und koennen sich darueber wohl kaum beschweren. Lady Gaga wird sich wohl kaum jemals mit mir treffen und trotzdem kann ich mir ein Bild und eine Meinung zu ihrer „Kunst“ machen, und mich in diesem Fall ganz klar davon distanzieren.
    Ich selbst oder Tante Gertrut, oder Frau Antje sind private Personen…wer sich ueber meine Ansichten ein Bild machen moechte muss mich schon kennenlernen. Wenn jemand wissen moechte, was ich so in meinem Leben gemacht habe, kann das nicht ueber das Internet, ueber meine Kunst oder irgendwelche Buecher erfahren. Und da gebe ich dir vollkommen Recht, statt eine Geschichte ueber Menschen zu verbreiten die man ueberhaupt nicht kennt, warum man das tun sollte versteh ich sowieso nicht, waere es doch ratsam diese persoenlich kennenzulernen. Wenn es aber um das beurteilen oder pruefen von Inhalten geht, die der Offentlichkeit zur Verfuegung gestellt werden, ist es voellig legitim, sich darueber eine Meinung zu bilden…sei sie positiv oder negativ..damit verdamme oder verurteile ich nicht den Menschen, der mir fuer persoenliche Gespraeche nicht zur Verfuegung steht.

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