Kultur des Reiches Gottes

Der Mensch ist ein Kulturwesen. Überall, wo sich Menschen ansiedeln, schaffen sie Kultur: Sprache, Gesänge, Tänze, Folklore, Speisen, Etikette, Umgangsformen, Schrift, Bräuche, Gesetze, Ordnungen (geschrieben oder auch nicht)…

Was ist Kultur? Wikipedia gibt dazu diese Definition:

Kultur (zu Lateinisch cultura, „Bearbeitung“, „Pflege“, „Ackerbau“, von colere, „wohnen“, „pflegen“, „den Acker bestellen“) ist im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt, im Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht veränderten Natur.

Demnach haben auch Kirchen und Gemeinden eine Kultur, denn auch jede religiöse Gruppierung bringt etwas „selbst gestaltend hervor“. Nun steht die Kirchen aber immer in dem Konflikt gleichzeitig „kulturell relevant“ und doch „kulturell revolutionär“ zu sein – oder mit Jesu Worten: „in der Welt und doch nicht von der Welt“ zu sein.

Bei all dem Bemühen um kulturelle Relevanz – die ich für extrem wichtig halte – verlieren wir als Kirche aber zunehmend den Blick für die revolutionäre Andersartigkeit der „Kultur des Reiches Gottes“. C. S. Lewis hat mal gesagt: „Der Teufel schickt die Irrtümer immer paarweise auf die Welt“ – das gilt auch hier in Sachen Kultur. Wir sollen „Salz und Licht“ sein in dieser Welt – beide Substanzen wirken aufgrund ihrer Andersartigkeit, ja sogar aufgrund ihrer Gegensätzlichkeit zur vorherrschenden „Kultur“. Das ernsthafte Bemühen um kulturelle Relevanz ohne gleichzeitiges Wachsen und Ausleben der Reich-Gottes-Kultur ist so, wie wenn ein Fischer sich selbst zum Köder für die Fische (Haie) macht.

Doch das Thema der „Kultur des Reiches Gottes“ ist nicht ganz ohne Fallen und Tücken. Wir haben die Kirchengeschichte und damit auch die Geschichte der „Konservierungen“ vieler einst lebendiger und geisterfüllter, christlicher Bewegungen. Was diese Bewegungen heute vielfach und manchmal auch vornehmlich prägt, ist „fromme Kultur“ – die „Erben“ dieser Bewegungen behaupten natürlich auch heute noch, dass sie die „Kultur des Reiches Gottes“ leben. Mit etwas Kenntnis der Kirchengeschichte, der Geschichte im Allgemeinen und der Kulturanthropologie wird aber jedem offensichtlich, um was es sich wirklich handelt: es sind Rudimente einer längst verflossenen Kultur ebenso längst verflossener Jahrhunderte. Liedgut, Orgeln, Kleiderordnungen, Regeln, Predigtstil, Umgangsformen, Gebetshaltungen und -inhalte, ja sogar die Architektur sowohl der Gebäude, als auch der Gottesdienste – das gehört alles nicht zur Kultur des Reiches Gottes, sondern ist in der Regel sehr, sehr „weltlich“. Weltlich im positivem Sinne, dass es irgendwann einmal – vor Jahrhunderten vielleicht – kulturell relevant war.

Aber was macht eine echte Kultur des Reiches Gottes aus? Einige Vorschläge???

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5 Antworten zu “Kultur des Reiches Gottes

  1. Wie sollen wir mit unserer westlichen Kultur umgehen?

    Einignes in unserer Kultur können wir direkt für das Reich Gottes einsetzten. z.B. technische Hilfmittel. Sie sind wertneutral – auch das Internet ;:-)

    Andere Elemente müssen wir „erlösen / heiligen“ um sie für Gott einzusetzen. Dazu gehört fast alles was mit Stil zu tun hat und durch weltliche Masstäbe verfärbt sein kann. z.B. Musikrichtungen, Sprache, Kleidung, Design, Film und Medien, etc. Unsere Aufgabe: Umwandeln und für Gottes Reich einsetzen.

    Als drittes gibt es Kulturelemente, die wir ablehnen müssen, weil sie der „sündigen Natur“ entspringen. Das sind vorallem Verhaltensweisen, die auf den Egoismus, Pluralismus, Subejtivismus oder Idividualismus zurück zu führen sind.

    Wir verehren Geld, Essen, Sex und Gesundheit als unseren Gott. Wir müssen immer Informiert sein, obwohl wir an Wahrheit nicht mehr glauben und halten es für das Höchste Ziel und Gottes Auftrag dafür zu sorgen, dass es uns gut geht. Diese Elemente der Kultur / Mentalität dürfen wir nicht übernehmen, sondern ablehnen / „kreuzigen“. Darin steht die in der Kultur-Relevanz. Gemeinden können in bester Absicht Kutur-Relevant zu sein die „gottlose“ Kultur unreflektiert einacht Kopieren.

    Leider gibt es das in vielen Gemeinden, auch in solchen, die sich als Heilig und „Nicht von dieser Welt“ beschreiben würden. Doch wenn wir uns nicht dieser Welt gleichstellen sollen (Röemr 12,2) meint Paulus vor allem die Werthaltungen und nicht äusserlichkeiten die Haarlänge, Haarfarbe oder Liedschatten.

  2. Die Kultur eines Volkes wird geprägt von sieben Bereichen (mind molder), das sind:
    Religion, Familie, Bildung, Regierung, Medien, Kunst, Wirtschaft.
    Die Jünger zur Zeit Jesu hatten das anschauliche Vorbild des römischen Reiches, das zeigte wie man effektiv „Völker zu Jüngern“ macht. Kultur verändert sich erst, wenn man mehrer Bereiche gleichzeitig „besetzt“ und Einfluss nimmt. Einfach nur den Bereich „Religion“ christlich (oder sogar bibeltreu) zu prägen verändert eine Kultur kaum. Selbst „Erweckungen“ zeigen keine Langzeitwirkung, wenn sie nicht auch auf andere Bereiche eingewirkt haben.

  3. Eine Kultur des Reiches Gottes ist davon geprägt, dass sich Menschen in ihrem Charakter und ihrer Motivation kontinuierlich zum Guten verändern und andere es von außen erkennen können. In dieser Kultur gibt es aber auch die Möglichkeit, Fehler zu machen, praktische Hilfe, diese zu erkennen und den Willen, daraus zu lernen. Es herrscht die ständige Bereitschaft, einander Fehler zu vergeben und dem Gegenüber das Beste zu wünschen.

  4. Ich denke ein Punkt Kultur ist der Umgang miteinander. Beispielsweise mit Menschen die einen nicht mögen. Hier sagt Jesus, dass wir diese Menschen segnen und für sie beten sollen. Ein anderes Beispiel ist der Umgang mit schwächeren Gliedern der Gesellschaft. Hier sagt Jesus, dass wenn wir diesen Menschen helfen, wir im Prinzip Jesus selbst helfen

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