Kultur des Reiches Gottes 02

Meine These:

Eine Kultur des Reiches Gottes, egal welche Parameter dafür geltend gemacht werden sollten, ist völlig überflüssig und irrelevant, wenn sie nicht gleichzeitig die vorherrschende Kultur tangiert, herausfordert und transformiert.

Wie bereits gesagt – jede Kirche hat ihre eigene Kultur! Sehr oft hat diese Kultur keine Berührungspunkte sowohl mit der vorherrschenden Kultur als auch zu den Menschen in dieser Kultur. Hier spricht man von einer Subkultur (= eigene Sprache, eigene Lieder, Umgangsformen, Bräuche (aufstehen, Hände falten oder aufheben, Besucher checken…, Kleidung, …). Keiner von außerhalb versteht diese Subkultur, sie ist nur für Insider. Bekehrung in diesem „Kulturkreis“ ist: komm in meine Kultur, studiere sie ein, dann bist Du IN und damit auch Teil des „Reiches Gottes“. Diese Subkultur ist eine Art „Weltflucht“ und es führt letztendlich zum UFO-Christentum – „komm zu Jesus und Du bekommst ein Ticket für eine bessere Welt nach Deinem Tod…, derweilen nimm aber bitte Platz in unserem UFO (das ist nämlich der einige Ort für Transuniversalreisen!) und warte…“.

Die Kultur des Reiches Gottes hat einen anderen Ansatz und Anspruch. Jesus sagt: „Ihr seid das Salz der Erde… Ihr seid das Licht der Welt.“ Salz und Licht waren überlebenswichtig im 1 Jhdt. Salz war u.a. ein Konservierungs- und Heilmittel. In einer Zeit ohne Kühlschränke war es Salz, das Fisch & Fleisch vor Verrottung schützte. Salz- und Mineralbäder, insbesondere auch das Tote Meer, waren für dessen heilsamen Wirkungsweisen bekannt. Die Bedeutung und Wirkungsweise von Licht ist bis heute dieselbe geblieben: Orientierung (Sternenhimmel), Sehen, sichtbar machen, Leben spenden, Wärme geben… Christen, die durch ihre Lebensart Salz und Licht sind? Menschen, die so in ihre Kultur hineinwirken, dass Fäulnisprozesse aufgehalten werden, Heilung geschenkt wird, Orientierung, Wärme und Leben vermittelt wird… – da ist ein größerer Auftrag für uns als Kirche als „nur“ eine Art „Bekehrungsfabrik“ zu sein!

Jesus spricht diese Worte, die das Wesen und Wirken seines Volkes beschreiben, nicht in ein Vakuum hinein. Er beschreibt zuvor sehr genau, wer diese „Ihr“ sind, die eine solch revolutionäre Wirkungsweise an den Tag legen. Es sind Menschen, die Jesus radikal nachfolgen, Teilhaber des Reiches Gottes geworden sind und sich nun zunehmend die Kultur des Reiches Gottes aneignen. Es sind die Gesegneten (gr. μακαριοι). Hier spricht Gott, der sich über Menschen freut, ja, außer sich ist vor Freude, über Menschen, die diese besagte Kultur des Reiches Gottes leben. Daher ist vielleicht die beste Übersetzung des wörtchens μακαριοι – „Gott applaudiert jedem, …“. Ich kennen keine andere Stelle in der Bibel, die so komprimiert die Kultur des Reiches Gottes beschreibt wie diese:

Gott applaudiert allen, die bettelarm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Gott applaudiert allen, die trauern; denn sie werden getröstet werden.
Gott applaudiert allen, die sanftmütig sind; denn sie werden die Erde als Besitz erhalten.
Gott applaudiert allen, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten; denn sie werden satt werden.
Gott applaudiert allen, die barmherzig sind; denn sie werden Erbarmen finden.
Gott applaudiert allen, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott sehen.
Gott applaudiert allen, die den Schalom Gottes stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.
Gott applaudiert allen, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Gott applaudiert euch, wenn man euch um meinetwillen beschimpft und verfolgt und euch zu Unrecht die schlimmsten Dinge nachsagt. Freut euch und jubelt! Denn im Himmel wartet eine große Belohnung auf euch. Genauso hat man ja vor euch schon die Propheten verfolgt.

Ihr seid das Salz der Erde… und das Licht der Welt!!!
Mat 5, 3-14

Hier ist die Essenz der Kultur des Reiches Gottes und die erstrebenswerten Eigenschaften der Kirche heute:

  1. Bettler vor Gott sein
  2. Trauern und mittrauern können
  3. Sanftmütig sein (seine Stärke zum Wohl und Dienst anderer einzusetzen)
  4. Hungern und Dürsten nach mehr von Gott
  5. Barmherzig sein
  6. Ein reines Herz haben
  7. Sich für Schalom einsetzen (Harmonie mit Gott, dem Nächsten, sich selbst und der Erde haben)
  8. Fröhlich Verfolgung in Kaum nehmen (die schon allein wegen der Andersartigkeit kommen wird).

Kommentare?

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2 Antworten zu “Kultur des Reiches Gottes 02

  1. Amen. Reich Gotteskultur ist eine Kultur des Herzens. Entscheident sind die Herzenshaltungen und nicht die „interkulturellen Reinigungs-Tarditionen“. Daher ist auch um so wichtiger das wir verstehen warum wir tun was wir tun, wenn es um äußere Dinge wie das Mahl des Herrn, die Taufe, die Fusswaschung und das Hände heben geht. In anderen Worten muss das von Paulus hervorgehobene Prinzp der Unterscheidung des Leibes Christis bzw. Reich Gottes Gemeinschaft erkannt werden und auch auf alles andere übertragen werden (Kor.11). Die Reich Gottes Kultur hat seine Wurzeln in Jesus, der zugleich in der jüdischen Kultur hineingeboren war und immer im Kontext der Kultur das Herz bzw. innere Leben betont hat. Als ich mich mit den Festen des Herrn auseinander gesetzt habe ist mir ein Lich aufgegangen das viele der religiösen Aktivitäten und Fragen wie dürfen Kinder das Abendmahl nehmen etc ihren Ursprung im Katholizismus haben oder anderen Glaubensvätern und ihren Traditionen, die alles christliche wiederum Formel werden lassen ohne das Ehen und Familien in ihrem Altag Gottes Gegenwart haben. In Holland auf einer Konferenz wurde unser Christsein angezeifelt weil wir nicht nach dem Essen gedankt hatten. Viele diese Kulturellen Aspekte sind oft nichts anderes als Traditionen die das Wort Gottes ungültig machen. Ein andere erschrack einmal als er einen Wangenkus von mir bekam und erklärte mir in welchem Kontext Paulus solche Gebote gab und warum wir diesen Anweisungen nicht mehr zu folgen haben. Wenn wir aber alle tun was uns die Apostel sagen werden wir ganz bestimmt,weil diese immer das Herz betont haben – wo auch immer wir sind, den Himmel auf die Erde bringen. Möge sich die Kultur der Befreiung, Heilung, Vergebung und Versöhnung, des Bekennens, des Weinens und Lachens und des Jubeln und Tanzens zur Ehre Jesu durch uns ausbreiten. Wenn wir in unseren Gemeinden alleine die Reichgotteskultur bezüglich der gezügelten Zunge haben dann sind wir dem Himmel schon einen ganzen Schritt näher gekommen 🙂

  2. Gott schätzt die VIELFALT der Kulturen über alles. Wer die Bibel aufmerksam liest, wird das sowohl in den Schlüsselereignissen wie auch im Endergebnis feststellen.
    Ich kenne kaum Beispiele für einen erfolgreichen Transfer christlicher Werte in eine Kultur ohne dass diese daran zugrunde gegangen wäre, sprich ihre eigentümliche Besonderheit verloren hätte.
    Vielleicht weil wir den „Dominanten, Durchsetzungsstarken, Einflussreichen, Gebildeten, Reichen und Schönen“ zu viel applaudieren?

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