Kultur des Reiches Gottes 04

GLAUBE

Wie wäre es, wenn Glaube zur Kultur einer Gemeinde gehören würde? Glaube? – das ist doch das „Kerngeschäft“ der Kirche, oder? Es wäre schön, wenn es so wäre! Aber was ist Glaube?

Glaube ist Vertrauen! Unsere Sprache ist ein Segen und Fluch zugleich. Jede Nachricht, jede Botschaft, alle Worte, die wir senden, sind Codes; der Empfänger entschlüsselt dann, mit Hilfe seines Wissens und Kontextes, diesen Code. Dazu kommt noch, dass sich Sprache weiterentwickelt und Begriffe einem Deutungswandel unterliegen. War z. B. eine Dirne zu Luthers Zeiten noch (wertneutral) eine einfache Magd oder ein Mädchen, so wissen wir, dass es heute anders ist… Mit dem Wort Glaube oder glauben ist es heute ähnlich. Glaube heißt heute: nicht wissen (die etwas schwächeren Bedeutungs-Varianten sind: vermuten, annehmen, unsicher sein, hoffen, eine vage Vorstellung von etw. haben). „Ich glaube, das Wetter wird morgen besser…“, „ich glaube, wir kennen uns nicht, oder?“, „ich glaube, ich werde krank…“; und dann kommt jemand und sagt: „Ich glaube an Jesus!“ Und nicht selten hat dieser „Glaube an Jesus“ dieselbe Qualität wie alle anderen, eben zitierten Glaubenssätze. Der Begriff Glaube gehört heute in den Bereich des Spekulativen. Glaube in der Bibel ist ein Beziehungsbegriff, bei dem es hauptsächlich um begründetes Vertrauen in einer Beziehung geht! Das Vertrauen ist deswegen begründet, weil es im Charakter Gottes verankert ist. Die Definition in Hebr 11,1 von Glaube ist bezeichnend: „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht.“ Hier ist kein Raum für Spekulationen, Unsicherheiten, Vermutungen oder Unwissenheit. Hier ist Zuversicht, Gewissheit, Überzeugung und festes Vertrauen. Warum? Weil Gott und sein Wort absolut vertrauenswürdig sind. Gott ist unwandelbar gut! Gott ist Liebe! Gott ist gnädig! Gott hält sein Wort! Gott ist gerecht! Gottes Wille und Ordnungen sind perfekt! Gott beschenkt! Gott trägt durch! Gott ist genug! Vertrauen wir Gott – Er ist 100% vertrauenswürdig! Die Kultur des Reiches Gottes ist durchdrungen von diesem ansteckenden, elektrisierenden, belebenden Vertrauen Gott gegenüber.

Glaube ist Hören! Glaube lebt von einer Beziehung und Beziehungen leben vom Hören. Abraham, Moses, Joseph, Deborah, David, Esther, Maria, Paulus, Luther, Mutter Theresa … – es sind alles Menschen, die im Hören auf Gott lebten. Gottes Wort ist für den Glauben das, was Sauerstoff für das Feuer ist. Nimm das eine weg, erlischt das andere. Daher sind die größten Prüfungen unseres Glaubens nicht die „Versuchungen des Fleisches“, sondern das Schweigen Gottes. Bei Jesus  sprach Gott vor seiner Zeugung, bei der Geburt, bei der Taufe, während seines Dienstes, bei seiner Verklärung – und Gott schwieg während der Kreuzigung. Und hier, und nur hier stellt Jesus seinem Vater die Warum-Frage. Der Glaube lebt aus dem Reden Gottes. Paulus sagt treffend (Röm 10,14): „An ihn glauben kann man nur, wenn man von ihm gehört hat. Von ihm hören kann man nur, wenn jemand da ist, der die Botschaft von ihm verkündet.“.  Die Kultur des Reiches Gottes ist geprägt vom Hören, Vertrauen und Proklamieren des Wortes Gottes. Deshalb sagt der Apostel an einer anderen Stelle (Kol 3,16): „Lasst das Wort des Christus reichlich in (oder unter) euch wohnen in aller Weisheit; lehrt und ermahnt einander und singt mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern dem Herrn lieblich in eurem Herzen.“ Warum? Weil Gottes Wort der Sauerstoff unseres Glaubens ist – atme tief und reichlich ein, so wirst Du stark und vital sein.

Glaube ist Gehorchen! Glaube ist möglich weil Gott redet – Er hat sich uns offenbart und Er tut es auf vielerlei Weise immer noch. Aber nur weil Gott redet und wir davon überzeugt sind, dass es wahr und zuverlässig ist, wird daraus noch kein wirklicher, lebendiger, rettender Glaube. Die Bibel spricht von einem „dämonischen Glauben“ (Jak 2,19): „Du glaubst, dass es nur einen Gott gibt? Du tust wohl daran! Auch die Dämonen glauben es — und zittern!“. Der Teufel und sein ganzes dämonisches Heer kennen Gott persönlich – sie waren alle einst Engel, die Ihm gedient haben. Wir wissen aus der Versuchungsgeschichte von Jesus, dass der Teufel sich sogar in der Bibel auskennt, und doch ist er für ewig verdammt. Warum? Weil er Gott ungehorsam ist! Er ist stolz und arrogant und wird sich nie freiwillig unter Gott stellen, um Seinen Willen zu tun. Und genau so leben viele, die sich „Christen“ nennen. Paulus schreibt an eine Gemeinde (1 Kor 10,1-5) über diese „Gläubigen“ folgendes: „Liebe Brüder und Schwestern, erinnert euch daran, was unsere Vorfahren während ihrer Wüstenwanderung erlebten. Ihnen zog eine Wolke voraus, und so leitete Gott sie sicher durch das Rote Meer. Alle wurden im Meer und unter der Wolke auf Mose getauft. Gott gab ihnen allen dasselbe Brot vom Himmel zu essen und dasselbe Wasser aus einem Felsen zu trinken. Dieser Felsen hatte eine besondere Bedeutung: Er kam mit ihnen, und durch ihn war Christus selbst bei ihnen. Aber es gefiel Gott nicht, wie die meisten von ihnen lebten. Deshalb kamen sie in der Wüste um.“. Tragisches Schicksal: Gottes Wunder und Schutz erlebt, getauft, Christus begegnet im Essen und Trinken (kommt das bekannt vor?) und doch verloren… Der Grund? Der Hebräerbrief gibt die Antwort (4,1+2): „Deshalb müssen wir alles daransetzen, das Ziel nicht zu verfehlen. Denn Gottes Zusage, uns seine Ruhe zu schenken, ist noch nicht erfüllt. Auch uns gilt ja diese gute Botschaft, die Gott unseren Vorfahren gab. Ihnen freilich nutzte dies nichts; denn sie haben Gottes Zusage zwar gehört, aber sie vertrauten Gott nicht.“. Dieser Unglaube Gott gegenüber äußerte sich im permanenten Misstrauen, Meckern, Aufruhr und Ungehorsam gegen Gott. Die Kultur des Reiches Gottes ist demütiger, williger Gehorsam, denn nur darin zeigt sich unser vertrauensvoller Umgang mit Gott. Dieser Gehorsam ist der Kanal, der unser Leben mit dem großen Ozean der Gnade Gottes verbindet und damit alle unsere Felder überflutet. Daraus entsteht das Leben im Überfluss!

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Eine Antwort zu “Kultur des Reiches Gottes 04

  1. Jemand sagte zu den Tagen vor der Auferweckung von Lazarus:
    Wenn wir beten vertrauen wir Gott,
    wenn ER schweigt vertraut ER uns.

    Für all die, die gerade durch diese ohrenbetäubende Stille gehen, gibt ein Lied von Andrew Peterson, es heißt:

    the silence of god

    It’s enough to drive a man crazy; It’ll break a man’s faith
    It’s enough to make him wonder; If he’s been sane
    When he’s bleating for comfort; From Thy staff and Thy rod
    And the heavens‘ only answer; Is the silence of God

    And it’ll shake a man’s timbers; When he loses his heart
    When he has to remember; What broke him apart
    And this yoke may be easy; But this burden is not
    And the crying fields are frozen; By the silence of God

    If a man has got to listen; To the voices of the mob
    Who are reeling in the throes; Of all the happiness they’ve got
    When they tell you all their troubles; Have been nailed up to that cross
    What about the times when even; Followers get lost ‚Cause we all get lost sometimes

    There’s a statue of Jesus; On a monestary knoll
    In the hills of Kentucky; All quiet and cold
    And He’s kneeling in the garden; Silent as a stone
    And all His friends are sleeping; And He’s weeping all alone

    And the man of all sorrows; He never forgot
    What sorrow is carried; By the hearts that He bought
    So when the questions dissolve; Into the silence of God
    The aching may remain; But the the breaking does not

    The aching may remain; But the the breaking does not
    In the holy, lonesome echo; Of the silence of God

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