Was ist die Gute Nachricht an der Guten Nachricht? 03

Ich lese derzeit ein sehr spannendes und wichtiges Buch von Scot McKnight „The King Jesus Gospel“, das sich mit der Frage beschäftigt: Was ist das Evangelium (das Jesus und die Apostel gepredigt haben)? Ich will in den nächsten Tagen etwas über die Inhalte und Diskussionen aus diesem Buch posten, weil ich diese Frage für eine der wichtigsten Fragen halte, die sich jeder Lehrer, Verkündiger, Pastor heute stellen sollte.

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Gospel Culture or Salvation Culture?

Zunächst, um alle unnötigen Missverständnisse und Diskussionen abzuwehren, stellt Scot fest, dass es beim Evangelium um Errettung geht. Er sagt: „Der persönliche Glaube (bei Jesus und den Aposteln – Anmerkung von jaasch) ist beides: notwendig und unverhandelbar.“ Babytaufe und die anschließende Katechese führen nicht dazu, dass Menschen wirklich „evangelisiert“ werden, sondern lediglich dazu (und hier benutzt Scot eine Wortkreation des orthodoxen Theologen Brad Nassif), dass sie „sakramentalisiert“ werden und das ist kein persönlicher Glaube, von dem die Bibel spricht.

Die Evangelikalen sind weltweit vor allem für zwei Begriffe bekannt: Evangelium und (persönliche) Errettung. Hinter dem Wort Evangelium steht das gr. euangelion und hinter dem Wort Errettung das gr. Wort soteria. Das große Dilemma der Evangelikalen ist es nun, dass sie im Grunde genommen folgende Gleichung aufgestellt haben: euangelion = soteria – und das ist biblisch und theologisch nicht haltbar. Das Evangelium und die Rettung sind zwei völlig unterschiedliche Konzepte auch wenn das erste das zweite mit einschließt. Daher herrscht seit Jahrzehnten bei allen Evangelikalen zwar eine „Kultur der Errettung“, aber keine „Kultur des Evangeliums“! Was ist der gravierende Unterschied beider Kulturen?

1. Kultur der Rettung

Das evangelikale Bemühen um den persönlichen Glauben hat diese Kultur hervorgebracht. Sie will vor allem die wichtige persönliche Frage beantworten: „Bist Du DRINNEN oder DRAUSSEN?“ Diese „Kultur der Rettung“ zielt hauptsächlich auf Mitgliedschaft einer Kirche (hier speziell auch die liturgischen Traditionen) und die persönliche Entscheidung (hier speziell in evangelikaler Tradition). In einigen liturgischen Traditionen wird sich (nachdem alle durch die Babytaufe im sicheren Schoß der Mutterkirche sind) bemüht, die Mitglieder zur Entscheidung zu führen. Das größte Bemühen der evangelikalen (westlichen) Welt ist es allerdings heute, die Entschiedenen zu Mitliedern zu machen und sie auch als solche zu behalten.

2. Kultur des Evangeliums

Auch in der Kultur des Evangeliums geht es um Mitgliedschaft und Entscheidung, aber sie sind nicht das Entscheidende! Diese Kultur will authentische Jünger hervorbringen. Die katholische und protestantische Tradition hat den Prozess der Mitgliedschaft durch die Babytaufe „automatisiert“ – mit desaströsen Folgen für einen lebendigen Glauben und eine vitale Kirche. Der Evangelikalismus hat dann sehr stark und zu Recht die „persönliche Entscheidung“ in die Waagschale geworfen. Aber beide Traditionen, die liturgische und die evangelikale, haben immer wieder damit zu kämpfen und werden es weiterhin tun – Menschen zu Jüngern zu machen!

Gründe

Warum ist es so? Wie Scot schon vorher sagte, ist es ein Problem des Systems: wir verkündigen das falsche Evangelium und dieses Evangelium kann nur das tun, was es tut: Entschiedene und Mitglieder hervorbringen. Mit anderen Worten:

A salvation culture does not require The Members or The Decided to become The Descipled for salvation. Why not? Because its gospel is shaped etirely with the „in and out“ issue of salvation. Because it´s about making a decision.

ÜS: In der Kultur der Rettung ist es nicht erforderlich, dass Mitglieder oder Entschiedene zu Jüngern heranwachsen, die andere retten. Warum nicht? Weil dieses Evangelium hauptsächlich davon geprägt ist, zu bestimmen, „wer In und wer Out“ ist. Weil es sich alles nur darum dreht, eine Entscheidung zu treffen.

Kannst Du dieser Analyse von Scot folgen oder sie bestätigen, verneinen?

 

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Eine Antwort zu “Was ist die Gute Nachricht an der Guten Nachricht? 03

  1. Ob man In oder Out ist kann sich doch eigentlich nur am Lebensstil zeigen. Was ich glaube, das tue ich auch. Jede Handlung ist ein sicheres Zeichen für das was in mir ist.
    Damit wären die meisten, die In zu sein scheinen plötzlich Out….
    Woran erkennen wir Christen? An ihren Früchten. Wie heißen diese?
    An Ihrer Liebe an erster Stelle, Liebe zu Gott den anderen und sich selbst.

    Dafür hat Jesus zum Vater gebetet:

    Joh 17,6 Ich habe deinen Namen geoffenbart den Menschen, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt.
    Joh 17,7 Jetzt haben sie erkannt, daß alles, was du mir gegeben hast, von dir ist;
    Joh 17,8 denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, daß ich von dir ausgegangen bin, und haben geglaubt, daß du mich gesandt hast.
    Joh 17,9 Ich bitte für sie; nicht bitte ich für die Welt, sondern für die, welche du mir gegeben hast, denn sie sind dein,
    Joh 17,10 (und alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, mein,) und ich bin in ihnen verherrlicht.
    Joh 17,11 Und ich bin nicht mehr in der Welt, und diese sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater! bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, auf daß sie eins seien, gleichwie wir.
    Joh 17,12 Als ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast; und ich habe sie behütet, und keiner von ihnen ist verloren, als nur der Sohn des Verderbens, auf daß die Schrift erfüllt werde.
    Joh 17,13 Jetzt aber komme ich zu dir; und dieses rede ich in der Welt, auf daß sie meine Freude völlig in sich haben.
    Joh 17,14 Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehaßt, weil sie nicht von der Welt sind, gleichwie ich nicht von der Welt bin.
    Joh 17,15 Ich bitte nicht, daß du sie aus der Welt wegnehmest, sondern daß du sie bewahrest vor dem Bösen.
    Joh 17,16 Sie sind nicht von der Welt, gleichwie ich nicht von der Welt bin.
    Joh 17,17 Heilige sie durch die Wahrheit: dein Wort ist Wahrheit.
    Joh 17,18 Gleichwie du mich in die Welt gesandt hast, habe auch ich sie in die Welt gesandt;
    Joh 17,19 und ich heilige mich selbst für sie, auf daß auch sie Geheiligte seien durch Wahrheit.
    Joh 17,20 Aber nicht für diese allein bitte ich, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben;
    Joh 17,21 auf daß sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir, auf daß auch sie in uns eins seien, auf daß die Welt glaube, daß du mich gesandt hast.
    Joh 17,22 Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, auf daß sie eins seien, gleichwie wir eins sind;
    Joh 17,23 ich in ihnen und du in mir, auf daß sie in eins vollendet seien, [und] auf daß die Welt erkenne, daß du mich gesandt und sie geliebt hast, gleichwie du mich geliebt hast.
    Joh 17,24 Vater, ich will, daß die, welche du mir gegeben hast, auch bei mir seien, wo ich bin, auf daß sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gegeben hast, denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt.
    Joh 17,25 Gerechter Vater! – und die Welt hat dich nicht erkannt; ich aber habe dich erkannt, und diese haben erkannt, daß du mich gesandt hast.
    Joh 17,26 Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, auf daß die Liebe, womit du mich geliebt hast, in ihnen sei und ich in ihnen.

    Woran erkennt man die Liebe?

    1Kor 13,4 Die Liebe ist langmütig, ist gütig; die Liebe neidet nicht; die Liebe tut nicht groß, sie bläht sich nicht auf,
    sie gebärdet sich nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihrige, sie läßt sich nicht erbittern, sie rechnet Böses nicht zu,
    1Kor 13,6 sie freut sich nicht der Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich mit der Wahrheit,
    1Kor 13,7 sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles.
    1Kor 13,8 Die Liebe vergeht nimmer

    Und dann wären da neben der Liebe und den Charismen noch ein paar Eigenschaften, die der Geist in uns bewirkt:

    Gal 5,22 Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit.

    So, jetzt kommt der Erkenntnisteil:

    1.) Was davon tritt in meinem Leben in Reinkultur zutage?
    2.) Kann ich mich so wie ich lebe überhaupt Christ nennen? (Jünger)

    Was meint Ihr dazu?

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