Was ist die Gute Nachricht an der Guten Nachricht? 06

Ich lese derzeit ein sehr spannendes und wichtiges Buch von Scot McKnight „The King Jesus Gospel“, das sich mit der Frage beschäftigt: Was ist das Evangelium (das Jesus und die Apostel gepredigt haben)? Ich will in den nächsten Tagen etwas über die Inhalte und Diskussionen aus diesem Buch posten, weil ich diese Frage für eine der wichtigsten Fragen halte, die sich jeder Lehrer, Verkündiger, Pastor heute stellen sollte.

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How Did Salvation Take Over the Gospel?

Wie hat der Plan der Errettung (das ist das, was Scot hier meint) das Evangelium verdrängt? – dieser Frage stellt sich nun der Autor in diesem Kapitel. Es ist zunächst eine kurze Einführung in die Geschichte der christlichen Bekenntnisse. Dabei ist 1 Kor 15 die Genesis aller großen christlichen Bekentnisse. Von hier aus ist dann später die regula fidei (vom lat. Regel des Glaubens) und das Apostolische Glaubensbekenntnis entstanden. Scot bedauert, dass diese reiche Tradition des gemeinsamen Bekennens des Evangeliums, in den meisten evangelikalen Kreisen total erloschen ist.

Von Paulus bis Nicäa

190 n. Chr. schrieb Irenäus von Lyon die erste regula fidei auf:

Die Kirche erstreckt sich über das ganze Weltall bis an die äußersten Grenzen der Erde. Sie hat von den Aposteln und ihren Schülern den Glauben empfangen, den Glauben an den einen Gott, den allmächtigen Vater, den Schöpfer des Himmels und der Erde und der Meere und alles was in ihnen ist, und an den einen Christus Jesus, den Sohn Gottes, der, um uns zu erlösen, Fleisch angenommen hat, und an den heiligen Geist, der durch die Propheten die Heilsordnung Gottes verkündet hat, … seine Geburt aus der Jungfrau, sein Leiden, seine Auferstehung von den Toten und die leibliche Himmelfahrt unseres lieben Herrn Christus Jesus und seine Wiederkunft vom Himmel in der Herrlichkeit des Vaters…

Danach ging es weiter mit Tertullian, Hippolytus (wer übrigens in den Quellen selbst nachlesen möchte, dann gehe er hier hin…) und schließlich mit dem Nicänum und dem Glaubensbekenntnis als Ergebnis des ersten Konzils von Nicäa, das 325 n. Chr. vom Kaiser Konstantin persönlich einberufen wurde.

Wir glauben an einen Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer alles Sichtbaren und Unsichtbaren.
Und an den einen Herrn Jesus Christus,
den Sohn Gottes,
der als Einziggeborener aus dem Vater gezeugt ist, das heißt: aus dem Wesen des Vaters,
Gott aus Gott, Licht aus Licht,
wahrer Gott aus wahrem Gott,
gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch den alles geworden ist, was im Himmel und was auf Erden ist;
der für uns Menschen und wegen unseres Heils herabgestiegen und Fleisch geworden ist,
Mensch geworden ist,
gelitten hat und am dritten Tage auferstanden ist,
aufgestiegen ist zum Himmel,
kommen wird um die Lebenden und die Toten zu richten;
Und an den Heiligen Geist.

Allerdings zitiert Scot in seinem Buch fälschlicherweise das Nicäno-Konstantinopolitanum. Von hier aus ist es dann nicht weit zum Apostolischen Glaubensbekenntnis… All diese Bekenntnisse lassen sich auf die Tradition von 1 Kor 15 zurückführen und waren immer, so Scot, „… profoundly gospeling events“ (tiefgreifende Ereignisse der Evangeliumsverkündigung). Seine Einschätzung und das Gewicht der Bekenntnisse als das Evangelium geht noch weiter:

To deny these creeds was to deny the Gospel

ÜS: Das Verleugnen dieser Bekenntnisse bedeutete die Verleugnung des Evangeliums selbst.

Welcher Erfahrungen hast du mit Glaubensbekenntnissen? Siehst Du auch diese „verloren gegangene Verbindung“ der heutigen Evangelikalen zu den Reichtümern der alten Bekenntnisse?

Teil 2 des Kapitels folgt…

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