Mehr als oberflächlich! Wie wir Menschen durch Veränderungsprozesse führen.

Wir als mosaikchurch beginnen dieses Jahr mit einer Kampagne unter dem Arbeitstitel: „Mehr als oberflächlich! Den Glauben tiefer verwurzeln.“ Ich beginne heute mit einer neuen Post-Serie zum Thema: „Wie wir Menschen durch Veränderungsprozesse führen.“ Wie schon auf unserer Homepage gesagt, geht es im Kern der Kampagne um tiefgehende emotionale und spirituelle Wachstumsprozesse. Veränderung „passiert nicht einfach“, Veränderung muss bewusst gewollt und angegangen werden. Außerdem brauchen wir für Veränderung viel Mut, immer wieder der Wahrheit in´s Auge zu schauen und Durchhaltevermögen, da die „eingeübten Verhaltensweisen“, die uns in die gegenwärtige Misere gebracht haben, sehr tief sitzen und meistens schon zu unserer „zweiten Natur“ geworden sind. Ich will hier in den folgenden Tagen & Wochen zunächst 8 Schritte aufzeigen, wie wir uns selber und andere Menschen durch Veränderung führen können.

SCHRITT 1: Wecke ein Gefühl der Dringlichkeit!

Menschen sind „Gewohnheitstiere“ – hat mal jemand gesagt… Obwohl das in meinen Augen eine sehr harte Degradierung der menschlichen Spezies ist, ist die Aussage im Kern wahr! Wir haben alle unser Lieblingsrestaurant, unseren bevorzugten Urlaubsort, unseren „eigenen Sitzplatz“ in der Kirche, unsere Bettseite, unser Leibgericht, unseren Tischplatz und unseren Freundeskreis… Gewohnheiten geben uns das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit und das ist auch gut so! Aber was ist, wenn wir uns Dinge angewöhnt haben, die destruktiv/zerstörerisch sind: wie wir z. B. mit Angst und Ablehnung umgehen, wie wir unseren Gefühlen Ausdruck verleihen oder auch nicht, wie und was wir essen, trinken, rauchen oder sonst wie zu uns nehmen, wie wir Konflikte bewältigen oder mit Schuld, Versagen und Niederlagen umgehen. Auch hier, bei destruktivem Verhalten, entwickeln wir mit der Zeit Gewohnheiten, die uns ein vermeintliches Gefühl der Sicherheit geben, doch ist diese Sicherheit de facto trügerisch, selbstzerstörerisch und manchmal auch sogar tödlich. Wenn allerdings ein Mensch kein Gefühl der Dringlichkeit und keine „positive Schmerzerfahrung“ für eine NOTwendige Veränderung bekommt, wird es bei ihm/ihr zu keiner wirklichen Veränderung führen. Wie können wir dazu beitragen, dass wir selber und andere Menschen, die wir begleiten, für Veränderung offen werden.

  1. Baue eine persönliche Beziehung auf. Vertrauen ist der beste Nährboden für Veränderung. Wir alle sehnen uns nach Sicherheit, Liebe und Hoffnung. Veränderung ist, besonders in der ersten Phase, wie ein Wirbelwind, der einmal kräftig durch Dein ganzes Haus bläst und dabei viel Chaos und viele Scherben hinterlässt.  Besonders in dieser Zeit brauchst Du Menschen um Dich herum, die zu Dir stehen und mit Dir „durch Dick und Dünn“ gehen.
  2. Sage die Wahrheit und stell dich ihr. Viele persönliche Schicksale, Ehen, Familien, Karrieren, Leben scheitern einzig und allein daran, dass man die Wahrheit nicht hören oder sehen WILL. Die Schiffskatastrophe der Costa Concordia ist aktuell wieder einmal ein Beispiel dafür. Der Kapitän hat weder seiner Reederei, noch der Küstenwache, noch seiner Besatzung die Wahrheit über die Ausmaße der Havarie mitgeteilt. Bei einem Interview wurde er gefragt, warum er denn als erster das sinkende Schiff verlasse habe – seine Antwort im Originalton: „Ich bin zufällig in ein Rettungsboot gefallen“. Selbstbetrug ist die schwerste Form der Lüge und nur dann therapierbar, wenn entweder die Einsicht oder der Schmerz sehr tiefgreifend sind.
  3. Zeige Konsequenzen des aktuellen Verhaltenspfades auf. Jeder eingeschlagene Pfad ist eine Bestimmung. In der Eheseelsorge bediene ich mich immer wieder dieses wirksamen Instrumentes. Meine Frage wäre dann z. B. für eine Beziehung, in der Gewalt vorherrscht: „Willst Du die nächsten 20 Jahre in einer solchen Beziehung leben, von der Du davon ausgehen kannst, dass es immer schlimmer wird? Wenn JA, dann musst Du keine Entscheidungen treffen und Du brauchst auch keine Hilfe, wenn NEIN, dann musst Du dringend beides angehen…“. Der Mensch ist äußerst anpassungsfähig. Dazu blenden wir noch, um des einfachen Überlebensinstinkts willen, jeglichen Gedanken an die Konsequenzen für die Zukunft aus. Wir müssen ja schließlich JETZT und HIER überleben, daher – verschwende keine Energie für die Zukunft – so das Motto dieser Art von Verdrängung.
  4. Liebe! Das gilt natürlich nicht nur für den ersten Schritt, aber gerade auch hier. Gott liebt Dich so, wie Du bist, doch Er lässt Dich nicht so wie Du bist. Gott liebte mich schon, als ich ein Sünder war und nichts von Ihm wissen wollte – das ist die Basis für ein sicheres und geborgenes Leben. Gott liebt mich und Dich in jeder Phase des Lebens bedingungslos, so wie Eltern es auch mit ihren Kindern tun. Als unsere Kinder klein waren und erst mit dem Krabbeln und dann mit dem Laufen anfingen, hat weder meine Frau noch ich deren Fehlversuche, Fehlschläge noch Stürze gezählt. Wir haben uns aber jedes mal einen Keks gefreut, wenn unsere Kids wieder aufgestanden sind, um weiter zu torkeln, oft unbeholfen wie kleine Frühlingsentchen… Gott zählt nicht Deine Fehlschläge, Er hilft Dir auf und freu sich einen Keks, wenn Du weiter gehst.
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