Mehr als oberflächlich! Wie wir Menschen durch Veränderungsprozesse führen. 02

Wir als mosaikchurch beginnen dieses Jahr mit einer Kampagne unter dem Arbeitstitel: „Mehr als oberflächlich! Den Glauben tiefer verwurzeln.“ Ich beginne heute mit einer neuen Post-Serie zum Thema: „Wie wir Menschen durch Veränderungsprozesse führen.“ Wie schon auf unserer Homepage gesagt, geht es im Kern der Kampagne um tiefergehende emotionale und spirituelle Wachstumsprozesse. Veränderung „passiert nicht einfach“, Veränderung muss bewusst gewollt und angegangen werden. Außerdem brauchen wir für Veränderung viel Mut, immer wieder der Wahrheit in´s Auge zu schauen und Durchhaltevermögen, da die „eingeübten Verhaltensweisen“, die uns in die gegenwärtige Misere gebracht haben, sehr tief sitzen und meistens schon zu unserer „zweiten Natur“ geworden sind. Ich will hier in den folgenden Tagen & Wochen zunächst 8 Schritte aufzeigen, wie wir uns selber und andere Menschen durch Veränderung führen können. Heute Schritt 2.

SCHRITT 1: Wecke ein Gefühl der Dringlichkeit!

SCHRITT 2: Werde Teil einer heilenden Gemeinschaft

Durch nachhaltige Veränderungen zu gehen ist schon an sich kein Honigschlecken, schwieriger wird es noch, wenn wir es ALLEINE tun. Gerade deshalb gibt es Gemeinde.

  1. Suche eine Gemeinschaft, in der CONNECTING gelebt wird. Bei uns heißen diese Gemeinschaften Hauskirchen (= eine Gruppe von 5-12 Personen, die christliche Gemeinschaft und Jesusnachfolge leben). In seinem Buch „CONNECTING. Das Heilungspotential der Gemeinschaft“ definiert und beschreibt Lawrence J. Crabb, was mit diesem Phänomen gemeint ist. CONNECTING ist die Art von Beziehung und Gemeinschaft, die zugelassen und gelebt wird, in der ehrliches Vertrauen und Offenheit praktiziert wird. Das ist lange nicht in allen Gemeinden erwünscht. Meistens geben wir uns mit einer oberflächlichen Frömmigkeit zufrieden, bei der ein zu nichts verpflichtender Gottesdienstbesuch, ein freundliches „Hallo“ oder ein „Alles-In-Ordnung-Lächeln“ als völlig ausreichend gilt. Crabb beschreibt die Art und Weise, wie wir mit Problemen umgehen folgendermaßen: „Im Umgang mit seelisch Angeschlagenen haben wir drei Strategien: Zurückweisen, Zurechtweisen oder Weiterverweisen. Wie die Israeliten ihren Leprakranken aus dem Weg gingen, so wollen wir zu den seelisch Bedrängten eine Art Sicherheitsabstand wahren. Oft tun wir das, indem wir fromme Sätze hersagen, die uns selbst zwar ziemlich kalt lassen, dem anderen aber angeblich auf wundersame Weise helfen sollen. «Gott ist auch in den dunkelsten Stunden unseres Lebens da», oder: «In welche Gemeinde gehst du in der letzten Zeit?», oder: «Du hast doch gar keinen Grund, dich so zu fühlen. Du bist viel zu streng mit dir selbst. Dabei geht es dir doch so gut.» Im Grunde entlasten wir uns damit nur selbst. Wir gehen weiteren Auseinandersetzungen mit den «kranken» Menschen aus dem Weg, weisen sie zurück und können wieder ungestört mit froheren Menschen zusammen sein. Oder wir versuchen den anderen zu einem frommeren Le­ben zu ermahnen. Zurechtweisung und Rüge sind eine verhältnismäßig einfache Methode, von Gott zu reden, ohne sich selbst engagieren zu müssen. Das ist Sinai ohne Bethlehem; Gesetz ohne Inkarnation; nur Mose und nie Christus. Wohl am häufigsten jedoch verweisen wir solche Menschen an andere weiter: «Ich frage mich, ob du nicht mit jemandem darüber reden solltest. Hast du schon einmal daran gedacht, zu einem Seelsorger zu gehen?»“
  2. Öffne Dich und mach Dich verletzlich. Das hat was mit Punkt 1 zu tun. Verletzlichkeit ist eine Tugend und der Weg zur Heilung – aber nur dann, wenn es gegenüber Menschen geschieht, die einen wirklich lieben, Vertrauen entgegenbringen und heilen wollen. C. S. Lewis hat das mal so formuliert: „Liebe heißt, verletzlich sein. Liebe irgend etwas, und es wird dir bestimmt zu Herzen gehen oder gar das Herz brechen. Wenn du ganz sicher sein willst, dass deinem Herzen nichts zustößt, darfst du es nie verschenken, nicht einmal an ein Tier. Umgib dein Herz sorgfältig mit Hobbies und kleinen Genüssen; meide alle Verwicklungen; verschließe es sicher im Schrein oder Sarg deiner Selbstsucht. Aber in diesem Schrein – sicher, dunkel, reglos, luftlos – verändert sich das Herz. Es bricht nicht; es wird unzerbrechlich, undurchdringlich, unerlösbar. Es gibt nur einen Ort außer dem Himmel, wo wir vor allen Gefahren und Wirrungen der Liebe vollkommen sicher sind: die Hölle.“
  3. Diene anderen. Der Weg zur Veränderung beginnt damit, dass ich eine Art „kopernikanische Wende“ erlebe. Wie Kopernikus im Hinblick auf den Kosmos, müssen auch wir feststellen, dass wir nicht der Mittelpunkt des Universums sind. In einer gesunden und heilenden Gemeinschaft geht es darum, zu dienen und bedient zu werden. Du hast sehr viel mitzuteilen und zu geben. Gott hat, selbst noch im Zerbruch, viel in Dich hineingelegt. Du bist kein Opfer. Du kannst und musst Verantwortung übernehmen, wenn Du Dich verändern willst. Eine Aufgabe: suche bitte mal nach allen Stellen im Neuen Testament, in denen das Wörtchen „einander“ (oder ein Derivat davon) auftaucht. Du wirst erstaunt sein. Im ehrlichen Dienen wirst Du sowohl erleben, wie Du Dich veränderst und wie sich plötzlich auch andere Dinge und Menschen um Dich herum verändern…
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