Mehr als oberflächlich! Wie wir Menschen durch Veränderungsprozesse führen. 08

Wir als mosaikchurch beginnen dieses Jahr mit einer Kampagne unter dem Arbeitstitel: „Mehr als oberflächlich! Den Glauben tiefer verwurzeln.“ Ich beginne heute mit einer neuen Post-Serie zum Thema: „Wie wir Menschen durch Veränderungsprozesse führen.“ Wie schon auf unserer Homepage gesagt, geht es im Kern der Kampagne um tiefgehende emotionale und spirituelle Wachstumsprozesse. Veränderung „passiert nicht einfach“, Veränderung muss bewusst gewollt und angegangen werden. Außerdem brauchen wir für Veränderung viel Mut, immer wieder der Wahrheit in´s Auge zu schauen und Durchhaltevermögen, da die „eingeübten Verhaltensweisen“, die uns in die gegenwärtige Misere gebracht haben, sehr tief sitzen und meistens schon zu unserer „zweiten Natur“ geworden sind. Ich will hier in den folgenden Tagen & Wochen zunächst 8 Schritte aufzeigen, wie wir uns selber und andere Menschen durch Veränderung führen können.

SCHRITT 1: Wecke ein Gefühl der Dringlichkeit!
SCHRITT 2: Werde Teil einer heilenden Gemeinschaft
SCHRITT 3: Entwickle eine Zielvorstellung und eine Strategie für Veränderung
SCHRITT 4: Bekomme mehr Verständnis und Akzeptanz
SCHRITT 5: Übe neue Denk- und Verhaltensweisen ein
SCHRITT 6: Sorge für kurzfristige Erfolge!
SCHRITT 7: Gib nicht auf!

SCHRITT 8: Schaffe eine Kultur der Veränderung

Veränderung ist der unermüdliche, pulsierende Lebensrhythmus der ganzen Schöpfung!

  • Montag, Dienstag, Mittwoch, Do…
  • Winter, Frühling, Sommer …
  • Sterben, Aufkeimen, Sprießen, Blühen …
  • Fötus, Baby, Kind, Teenie …
  • Kindergarten, Schule, Studium …
  • Schuhgröße 12, 21, 33, 39, 42 …

Alles, was sich nicht mehr verändert ist tot. Aber da gibt es noch Veränderungen, die einfach so passieren, unaufhaltsam, unbeabsichtigt und manchmal auch ungewollt, und Veränderungen, die aktiv und selbstverantwortlich in Angriff genommen werden sollten, um bestimmte Ereignisse und/oder Ergebnisse herbeizuführen oder abzuwenden. Für beide Change-Events – was uns passiv widerfährt oder das, was wir pro-aktiv in Angriff nehmen – benötigen wir Strategien, um mit diesen Veränderungen klar zu kommen. Diese Strategien, gepaart mit einer positiven Gesinnung und Ausrichtung für Veränderung nenne ich Change-Kultur. Fakt ist: SO BLEIBT ES NICHT! Und die Frage, der wir uns heute stellen wollen ist: Was bedeutet das für individuelle Veränderungsprozesse?

  1. Erkenne deine Jahreszeit. Wie in der Natur, gibt es auch in unserem Leben einen Rhythmus von sich abwechselnden „Jahreszeiten“ – es sind allerdings nicht nur vier, es sind um einiges mehr. In unseren Breitengraden ist es unklug, im Winter zu säen und im Frühjahr zu ernten. Wir müssen die Realitäten der jeweiligen Jahreszeiten respektieren und unser Leben in deren Rhythmus mitschwingen lassen. Salomo hat etwas davon verstanden, wenn er schreibt (Pred 3,1-14): „Alles hat seine bestimmte Stunde, und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Zeit: Geborenwerden hat seine Zeit, und Sterben hat seine Zeit; Pflanzen hat seine Zeit, und das Gepflanzte ausreißen hat seine Zeit; Töten hat seine Zeit, und Heilen hat seine Zeit; Zerstören hat seine Zeit, und Bauen hat seine Zeit; Weinen hat seine Zeit, und Lachen hat seine Zeit; Klagen hat seine Zeit, und Tanzen hat seine Zeit; Steine schleudern hat seine Zeit, und Steine sammeln hat seine Zeit; Umarmen hat seine Zeit, und sich der Umarmung enthalten hat auch seine Zeit; Suchen hat seine Zeit, und Verlieren hat seine Zeit; Aufbewahren hat seine Zeit, und Wegwerfen hat seine Zeit; Zerreißen hat seine Zeit, und Flicken hat seine Zeit; Schweigen hat seine Zeit, und Reden hat seine Zeit; Lieben hat seine Zeit, und Hassen hat seine Zeit; Krieg hat seine Zeit, und Frieden hat seine Zeit. Was bleibt nun dem Schaffenden von dem, womit er sich abmüht? Ich habe das mühselige Geschäft gesehen, das Gott den Menschenkindern gegeben hat, damit sie sich damit abplagen. Er hat alles vortrefflich gemacht zu seiner Zeit, auch die Ewigkeit hat er ihnen ins Herz gelegt — nur daß der Mensch das Werk, das Gott getan hat, nicht von Anfang bis zu Ende ergründen kann. Ich habe erkannt, daß es nichts Besseres unter ihnen gibt, als sich zu freuen und Gutes zu genießen in seinem Leben; doch wenn irgend ein Mensch ißt und trinkt und Gutes genießt bei all seiner Mühe, so ist das auch eine Gabe Gottes. Ich habe erkannt, daß alles, was Gott tut, für ewig ist; man kann nichts hinzufügen und nichts davon wegnehmen; und Gott hat es so gemacht, damit man ihn fürchte.

    Wenn jemand bei seinem Innovations- und Veränderungsdrang die Weisheit der Jahreszeiten ausser acht lässt, der kann schnell aufgerieben, ausgebrannt und frustriert werden.Das Gebet, das wir hierzu lernen sollten, kommt von dem amerikanischen Theologen Reinhold Niebuhr:  „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

  2. Kultiviere einen offenen Geist. Veränderung ist keine „reine Kopfsache“, aber weder deine Seele noch dein Körper werden einen Schritt wagen, den dein Geist nicht schon vorhergegangen ist. Unser Geist (und jeder Gehirnforscher würde das heute bestätigen) ist viel mehr als unser Gehirn. Die Bibel nennt diese Zentrale Instanz im Menschen das HERZ. Hier ist der Sitz von Denken, Fühlen, Wollen, Entscheiden. Auch hier erkennt der weise Salomo die immense Bedeutung dieser Instanz und rät seinem Sohn: „Mein Sohn, achte auf meine Worte, neige dein Ohr zu meinen Reden! Lass sie nie von deinen Augen weichen, bewahre sie im Innersten deines Herzens! Denn sie sind das Leben denen, die sie finden, und heilsam ihrem ganzen Leib. Mehr als alles andere behüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus. (Spr 4,20-23)

    Alles, was mit echter Veränderung zu tun hat, wird zunächst diese innerste Instanz berühren, beeinflussen und transformieren. Und dann wird es, gleichsam wie bei einer Quelle, stromabwärts in unser ganzes Wesen transportiert werden (obgleich es auch hier einige Dämme gibt, die nicht einfach so fallen). Ein offener Geist, der neugierig, selbstkritisch, analytisch und belehrbar bleibt, ist DER Katalysator für Veränderung. Hier gilt: What I can´t think I can´t do!

    Daher:
    – „sei hungrig und durstig“ nach mehr von Gott, dann wirst du satt werden. Joh 7,37-38
    – bete das Gebet des Jabez: „Herr, erweitere mein Gebiet!“ 1 Chr. 4,9
    – erweitere deine Vorstellungskraft über Gottes Gnade, Gaben und Liebe. Er wird das immer noch übertreffen. Eph. 4,20
    – meditiere beständig über Gottes Wort. Ps 1, 2-3
    – wachse in der Vision des Reiches Gottes. Mat 6,33

  3. Rechne mit der Dimension Zeit.Die meisten Veränderungen vollziehen sich in einem langsamen zielgerichteten Prozess. Eine normale Schwangerschaft dauert 40 Wochen, Wunden verheilen innerhalb von mehreren Tagen und Wochen, jede Strecke, die wir zurücklegen, erfordert ein Kontingent an Zeit, alle 7 Jahre erneuern sich alle Zellen im menschlichen Organismus (wobei einige auch schneller sind). Ein Mensch benötigt ca. 40 Tage, um neue Verhaltensweisen einzuüben.Wir leben in einer Instant-Gesellschaft, wo wir Resultate SOFORT und per Knopfdruck   haben wollen. Aber was beim Espresso und der 5-Minuten-Terrine funktioniert, funktioniert nicht beim Charakter, bei Bildung, bei moralischem Verhalten oder in Beziehungen. Es gilt nicht nur eine Weiche umzustellen, damit unser Lebenszug eine neue Richtung einschlägt – es sind Hunderte. Dazu kommt noch, dass einige von ihnen verborgen sind, irgendwo ganz tief in unserer Seele, verschütten unter Ängsten, Traumata und Neurosen. Aber genau hier, ganz tief, muss angesetzt werden. Dabei wissen wir manchmal selber nicht genau, ob wir das überhaupt wollen. Die Bequemlichkeit und die alten Gespenster des Versagens und Scheiterns sind wie alte aber massive Zugfedern, die uns mit aller Wucht wieder in unsere „alte, gewohnte Realität“ zurückzerren. Und das sind nur einige Widerstände auf dem Weg der Veränderung, die Zeit „fressen“. Und zu derselben Dimension kommt noch dazu, dass wir scheitern werden. Veränderungen verlaufen nicht linear! Es sind eher Zickzack-Bewegungen, ein Try & Error. Die Wege der Veränderung sind keine Autobahnen, es sind eher Dschungelpfade. Nicht Geschwindigkeit, sondern der Umgang mit der Machete und der Kampfwille zählt.
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s