Liebe Deine Feinde – sie hassen es!

Heute Abend schließe ich eine Themenreihe über die Bergpredigt ab – es geht um Feindesliebe. Kein einfaches Thema, aber ein wichtiges. Vor allem dann, wenn wir es zulassen, dass unsere Feinde uns nicht nur von außen angreifen und zerstören, sondern vor allem auch von innen heraus – durch unser eigenes Festhalten an Zorn, Wut, Bitterkeit und Unvergebenheit. Es gibt natürlich sehr viel zum Thema Vergebung zu sagen… – das vielleicht ein anderes mal. Heute beginnen ich einmal mit einer Geschichte über „amazing grace“, die sich tatsächlich erst vor einigen Monaten so zugetragen hat. Für alle, die kein Englisch verstehen, habe ich die Inhalte des Videos grob in deutsch wiedergegeben.


In einem kleinen Appartement in North Minneapolis, singt eine 59jährige Lehrerin Lobpreislieder zu Gott – anscheinend ohne jeden triftigen Grund. Wenn jemand tatsächlich einen Grund hätte, sauer auf den Herrn zu sein, dann Mary Johnson.

Im Februar 1993 wurde Marys Sohn, Laramium Byrd, während einer Auseinandersetzung auf einer Party erschossen. Er war 20 und Marys einziges Kind.

„Mein Sohn war tot“, sagt sie. Der Mörder war ein 16 Jähriger Junge mit Namen Oshea Israel. Mary wollte Gerechtigkeit.

„Er war ein Tier. Er verdiente es, eingesperrt zu werden.“

Und er wurde auch. Strafrechtlich behandelt wie ein Erwachsener, wurde er zu 25 ½ Jahren verurteilt – von denen er 17 Jahre abgesessen hatte, bevor er entlassen wurde. Nun lebt er in der Nachbarschaft – Tür an Tür mit Mary.

Wie ein überführter Mörder nun in engster Nachbarschaft mit der Mutter seines Opfers lebt – das ist kein gespenstischer Zufall, wie man meinen könnte, sondern die Geschichte einer überwältigenden Gnade.

Vor einigen Jahren bat Mary im Staatsgefängnis von Minnesota Stillwater um eine Erlaubnis, Oshea besuchen zu dürfen. Als eine überzeugte Christin fühlte sie sich dazu gedrängt, irgend einen Weg zu finden, um dem Mörder ihres Sohnes zu vergeben.

„Ich glaube das erste, was sie mir sagte, war: ´Schau mal. Ich kenne dich nicht und du kennst mich nicht. Lass uns nun genau hier anfangen´“ – sagte Oshea. „Und ich war ganz schön verdattert.“

Oshea erzählt, wie sie sich nun regelmäßig danach getroffen haben. Als er dann entlassen wurde, machte Mary ihn mit ihrem Vermieter bekannt, der ihm dann – mit Marys Segen – ein Appartement gab.

Heute leben sie nicht nur nahe beieinander, sie sind sich auch nahe. Mary wurde dazu befähigt, zu vergeben. Sie natürlich gibt Gott dafür die Ehre, aber gibt auch zu, dass es auch egoistische Motive waren.

„Unvergebenheit ist wie ein Krebsgeschwür“ – sagt Mary. „Es wird dich von innen auffressen. Es geht hier nicht um die andere Person – meine Vergebung mach das, was er getan hat nicht ungeschehen. Ja, er hat meinen Sohn umgebracht, aber die Vergebung ist für mich. Sie ist für mich.“

Für Oshea war es nicht so einfach. „Ich hab mich selber noch nicht ganz vergeben. Ich lerne es noch, mir selber zu vergeben. Ich wachse noch darin, mir wirklich zu vergeben.“

Oshea ist nun dabei, sein Leben in Griff zu bekommen. Er arbeitet derzeit in einer Recyclinganlage und geht zur Abendschule. Um seinen Collegeabschluß nachzuholen. Er sagt, dass er sich dazu verpflichtet fühlt, Marys erfahrene Gnade den Mitmenschen um ihn herum zurückzugeben. Tatsächlich macht er gerade genau das; er betet Gott an für die Vergebung und spricht darüber in Gefängnissen, Kirchen und großen Veranstaltungen überall.

„Eine einfache Unterhaltung kann dich auf eine Lange Reise mitnehmen“ – sagt Oshea seinen Zuhörern. Und das erklärt schließlich, warum Mary fähig ist Anbetungslieder zu singen – für den EINEN Zuhörer!

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