Worthship

Worthship – was ist das denn? Ich dachte, ich spiele mal etwas mit der engl. Sprache und beleuchte einen Aspekt von Worship, der mir letzte Zeit wichtig geworden ist. Mir fiel nämlich auf, dass Opfer und Anbetung im AT und NT Hand in Hand gehen. Ja, es ist sogar noch wesentlich extremer: die Bibel kennt keine Anbetung, die vom Opfer losgelöst ist (daher die Frage: nach dem Wert/Preis (engl. worth) der Anbetung).

Im AT ist es sehr klar, da der Gläubige immer wieder mit einem Opfer (wortwörtlich: Rind, Schaf, etc.) zu Gott kommt, um Ihn, unter welchen Umständen auch immer, zu anbeten. Hier einige Beispiele dafür:

„Ist aber sein Opfer ein Dankopfer und will er ein Rind darbringen, es sei ein männliches oder ein weibliches, so soll er vor dem HERRN ein Tier opfern, das ohne Fehler ist.“ 3Mo 3,1

Oder von Salomo heißt es in 1Kön 8,63: „Und Salomo opferte Dankopfer, die er dem HERRN opferte, zweiundzwanzigtausend Rinder und hundertzwanzigtausend Schafe. So weihten sie das Haus des HERRN ein, der König und ganz Israel.“

Die Psalmen bringen ebenfalls immer wieder Opfer & Anbetung zusammen:

Ps 107,22: „… und sie sollen Dank opfern* und seine Werke erzählen mit Freuden.“
Ps 116,17: „Dir will ich Dank opfern und des HERRN Namen anrufen.“
Ps 50,23: „Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.“

Im NT sieht es nicht anders aus. Wir kommen einerseits durch das Opfer Jesu frei in die Gegenwart Gottes, aber eine Anbetung, die nur mit Mund und erhobenen Händen geschieht, ist hier ebenfalls fremd. Ich möchte nur zwei klassische Bibelstellen anführen, in denen „Anbetung“ leider nur mit dem dt. Wort „Gottesdienst“ übersetzt wird.

„Ich fordere euch nun auf, Geschwister, aufgrund von Gottes Erbarmen, eure Körper als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer darzubringen; das ist euere wahre Anbetung.“ Röm 12,1 (eigene Übersetzung aus dem Griechischen NT)

Und eine andere Stelle, bei der es ebenfalls um Anbetung geht ist in Jak 1,27:

„Echte und untadelige Anbetung, die vor Gott, dem Vater, bestehen kann, zeigt sich darin, dass man Waisen und Witwen in ihrer Not beisteht und sich vom gottlosen Treiben dieser Welt nicht beschmutzen lässt.“ (eigene Übersetzung aus dem Griechischen NT)

Ich liebe und schätze Anbetung und habe in den letzten Jahren mit meinen Freunden die größten Worship-Nights und Events in Deutschland organisiert und durchgeführt. Daher ist es, glaube ich, mir gestattet einige kritische Fragen zur allgemeinen Worship-Mentalität zu stellen:

  1. Ist unser Worship auch gleichzeitig Worthship?
  2. Was kostet Worship dem Teilnehmer wirklich? (und ich meine hier nicht die Eintrittskarten zum Event selbst!)
  3. Welche Opfer werden an solchen Abenden und darüber hinaus für Gott und Sein Königreich gebracht?
  4. Transformiert Worship nachhaltig Mensch und Gesellschaft?
  5. Ist Worship nur ein Event?
  6. Ist das einzelne Worship-Event in ein Kontext der Jüngerschaft, Gemeindebau, soz. Verantwortung und Gerechtigkeit eingebettet?

Hast Du Gedanken dazu?

* „Dank opfern“ ist im AT nicht nur ein Lippenbekenntnis, es ist ein terminus technicus und bezieht sich auf ein reales Dankopfer.

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2 Antworten zu “Worthship

  1. Spannend finde ich, dabei auch die jüdische Sichtweise von Opfer mit einzubeziehen. Der hebräische Begriff „Korban“, den wir mit Opfer übersetzen, heisst wörtlich „Näherung“. Wer opfert der nähert sich Gott. Hansjörg Kägi schreibt dazu:

    Opfern (Hebr korban heisst die Nähe zu Gott suchen, sich ihm nähern, ihm
    nahe sein wollen. Alle anderen Bedeutungen, die diesem Ausdruck vom Deutschen
    anhaften – wie sich aufopfern, eine besonders schmerzvolle selbstlose Leistung
    vollbringen und Gott damit zufriedenstellen oder Ähnliches – müssen wir vergessen,
    sie haben nichts mit dem biblischen Opfer zu tun! Wer dem himmlischen Vater nahe
    sein will, der „opfert“, nähert sich ihm, alles andere ist nicht Opfer.

    Lobpreis heisst also, die Nähe Gottes zu suchen, die wir gerade darin finden, wenn wir unsere Leiber hingeben, die wir finden wenn wir uns um Waisen und Witwen kömmern und wenn wir Gott unseren Dank auch materiell zeigen.

  2. Schön und erstrebenswert ist, wenn die Musik (das Event) zur einer von vielen Perlen an meiner Anbetungskette wird. Eine andere Perle ist für die bewusste Stille.
    Als Musiker begleitet mich schon länger die Bibelstelle aus Amos 5,23

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