Ich liebe Martin Luther!

Ich liebe Martin Luther!

Ich bin zwar kein Luther-Jünger (eig. sollten es die Lutheraner sein, sind sie aber inzwischen bei weitem nicht) und ich habe in vielerlei Hinsicht andere Überzeugungen und Schwerpunkte als Dr. Luther, aber ich mag ihn wirklich. Ich mag seine Bekehrungsgeschichte und wie er dann diesen „gnädigen Gott“ für sich entdeckt, mit ihm gerungen und für ihn gelebt hat. Ich mag seine Liebe und Leidenschaft für Gottes Wort und die Kirche. Ich mag seine markigen Sprüche (hier einer: iss, was gar ist, trink, was klar ist, sprich, was wahr ist!) und viele seiner tiefen Einsichten in geistliche Wahrheiten sind heute immer noch revolutionär. Aber vor allem mag ich ihn, weil er bereit war, mit seinem Leben für seine Überzeugungen einzustehen. Und in der Kirche „gegen den Strom zu schwimmen“ ist zu Weilen die härteste aller Prüfungen. Das zeichnet allerdings nicht Martin Luther alleine aus: da war ein John Wyclif, ein Jan Hus, da war ein Johannes Calvin, die Hugennotten, die Schweizer Brüder, ein Menno Simmons, ein Nikolaus Ludwig von Zinzendorf, ein John Wesley, usw, usw…

Das tragische an einigen dieser Reformatoren war, dass sie ihre „unvollendete Reformation“ nicht gesehen und andere Reformationen (zum Teil blutig) bekämpft haben. Ja, das war damals so! Damals?

Heute (in der Neuzeit) kann man dasselbe beobachten: siehe die aufstrebende Pfingstbewegung des 19. Jhdts und deren Bekämpfung durch die etablierten Kirchen, siehe die Charismatische Bewegung des 20. Jhdts und deren Bekämpfung durch die etablierten Kirchen, siehe die Emergente Bewegung des aufkeimenden 21. Jhdts und deren Bekämpfung durch die etablierten Kirchen.

Und ich höre schon die nervöse Frage: Muss man denn allen möglichen, neuesten „geistlichen Trends“ nachlaufen? Nein, muss man nicht! Aber einer Frage, der sich die Kirche aller Zeiten (und insbesondere an einem Reformationstag!) immer wieder stellen muss ist: Muss man denn jahrhundertelang unreflektiert und stumpf einer Tradition, einer reformatorischen Idee (oder einem Reformator, oder dem, was die Folgegeneration aus der jeweiligen Reformation gemacht hat) folgen? Nein, muss man nicht! Nicht deswegen, weil die Kirche fortschrittsgeil und hipp sein muss, sondern weil die Kirche immer unterwegs sein muss. Unterwegs hinter ihrem Meister Jesus, unterwegs zu den Menschen mit ihren Fragen und Nöten, unterwegs inmitten durch den Zeitgeist, unterwegs in der Geschichte, unterwegs in ihrem Hören auf das prophetische Wort und das Reden des Geistes Gottes, unterwegs – lernend, betend, umdenkend, ausrichtend, aufrichtend, zerbrechend, heilend, versöhnend, unvollkommen, heilig, erwählt.

Kirche leben und lieben bedeutet Veränderung leben und lieben! Und unser Gott ist ein Gott der Reformation!

Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Jesus

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