Warum auch Greise nicht weise werden

Neulich sprach ich mal wieder mit einem 66 jährigen Zeitreisenden – naja, eher ein Stressreisender! Er sagte mir als erstes, er habe keine Zeit! Das höre ich des öfteren von stressgeplagten Rentnern. Die meisten von ihnen haben ein sehr volles (wenn auch nicht immer erfülltes) Arbeitsleben hinter sich und sind nun in der wohlverdienten Rente. Aber Ruhe und Muße gönnen sie sich meistens nicht – ganz getreu einem Baumarkt-Werbeslogan: Es gibt immer was zu tun. Nun ist es ja richtig: wer rastet, der rostet. Und dazu kommt noch, dass die meisten Rentner heute rüstiger sind als die Lehrlinge des Mittelalters…

Aber was ist mit LEBEN, ZEIT haben, ENTSCHLEUNIGUNG, BESINNUNG, RUHE und FRIEDEN? Keine Zeit!

So kann man nicht weise sein, sondern nur tot – und das auch noch wärend man lebt!

Daher sind mir die Worte aus Psalm 90 immer wieder eine Ermahnung und Ermutigung:

Herr, eine Zuflucht bist du uns gewesen, wo man sicher wohnen kann, du warst es für uns durch alle Generationen. 2 Ehe die Berge geboren wurden, ehe du die Erde mit ihren Lebensräumen hervorbrachtest – da warst du, Gott, schon da von Ewigkeit zu Ewigkeit. 3 Die sterblichen Menschen lässt du zu Staub werden und sprichst: »Kehrt ´zum Staub` zurück, ihr Menschenkinder!« 4 Denn tausend Jahre sind in deinen Augen so kurz wie ein gerade vergangener Tag – sie sind nicht länger als ein paar Stunden in der Nacht. 5 Du reißt die Menschen aus dem Leben, sie entschlafen, sie sind so vergänglich wie frisch emporgewachsenes Gras, 6 das am Morgen sprießt und blüht und am Abend welkt und verdorrt. 7 Ja, wir vergehen durch deinen Grimm, wir erschrecken, wenn dein Zorn uns trifft. 8 Du führst dir unsere Vergehen vor Augen, selbst unsere verborgenen Sünden kommen vor dir ans Licht. 9 Ach, alle unsere Tage schwinden dahin, weil dein Zorn auf uns lastet, wir durchleben unsere Jahre so rasch, als wären sie ein kurzer Seufzer. 10 Unser Leben dauert siebzig Jahre, und wenn wir noch Kraft haben, dann auch achtzig Jahre. Und was uns daran so wichtig erschien, ist letztlich nur Mühe und trügerische Sicherheit. Denn schnell eilen unsere Tage vorüber, als flögen wir davon. 11 Wer aber erkennt wirklich, wie gewaltig dein Zorn und dein Grimm ist? Wer begreift, welche Ehrfurcht dir gebührt? 12 Lehre uns zu bedenken, wie wenig Lebenstage uns bleiben, damit wir ein Herz voll Weisheit erlangen! 13 Herr, wende dich ´uns` wieder zu! Wie lange ´hält dein Zorn noch an`? Erbarme dich über alle, die dir dienen! 14 Schenk uns schon am Morgen deine reiche Gnade! Dann werden wir jubeln und uns freuen unser Leben lang. 15 Erfreue uns nun eben so viele Tage, wie du uns ´bisher` gedemütigt hast – für die Jahre, in denen wir Schlimmes erleben mussten, gib uns nun gute Jahre! 16 Lass deine Diener dein mächtiges Handeln erleben, über ihren Kindern lass deine Herrlichkeit sichtbar werden! 17 So zeige sich nun an uns die Freundlichkeit des Herrn, unseres Gottes! Gib dem Bestand, was wir mit eigenen Händen tun, ja, fördere unserer Hände Arbeit!

Ein Gebet des Moses

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