Wie tolerant ist Deutschland wirklich?

Wir Deutsche sind frei, tolerant und weltoffen – so wird uns das in allen Medien suggeriert. Ob es um Fragen der Religion, Erziehung, Gleichberechtigung, Homosexualität, etc. geht – wir sind zu allen Seiten offen – so will man das uns zumindest glauben lassen. Es sei denn…, ja es sei denn jemand ist anderer Meinung! Toleranz ist ein wichtiges Gut einer demokratischen Gesellschaft, doch gefährlich wird Toleranz, wenn sie zu Tolerantismus wird. Was ich damit meine?

Tolerantismus ist Toleranz als Ideologie (oder als Religion), die ganz genaue Grenzen für das Denken, Glauben und Handeln festlegt, in denen sich (tolerierbare) gesellschaftfähige Überzeugungen überhaupt entwickeln dürfen.

Ein Beispiel aus den 60-70gern. Dort war die sog. antiautoritäre Erziehung auf dem Vormarsch. Historisch kann man das heute als „Pendelbewegung“ zum absolut-autoritären Nazi-Regime verstehen… Alle Eltern und Pädagogen, die es damals öffentlich wagten, ein rigoroseres Erziehungskonzept zu vertreten, waren verschriehen  – im besten Fall als die „ewiggestrigen“. Toleranz in Erziehungsfragen war damals klar definiert: tolerant ist nur, wer lesifair erzieht.

Heute ist Toleranz beim Thema Homosexualität ebenfalls sehr klar definiert. Wer eine andere Auffassung/Überzeugung zu homosexuellen Partnertschaften, Ehen, Patoren, Elternschaft, Adoptionsrecht, etc. hat, der passt nicht in die Grenzen des tolerant Möglichen und wird auf´s heftigste kritisiert, gemobbt und manchmal auch verfolgt. So wurde neulich der Evangelist und Liedermacher Lutz Scheufler aus der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Sachsen suspendiert, weil er eine andere Glaubensüberzeugung zum Thema Homosexualität vertrat als der Landesbischof Jochen Bohl (und die Mehrheit der kirchenleitenden Gremien).

Am 3. Dezember strahlte DAS ERSTE die Sendung hartaberfair zum Thema „Papa, Papa, Kind: Homoehe ohne Grenzen?“ aus. Die Journalistin Birgit Kelle sprach sich dabei gegen ein Adoptionsrecht für homosexuelle Partnerschaften aus. Die vierfache Mutter sagte: „Jedes Kind hat das Recht auf die Erfahrung, einen Vater und eine Mutter zu haben.“ Jungen und Mädchen, die auf einen Elternteil verzichten müssten, neigten in ihrem späteren Leben zu Depressionen, Aggressivität und Drogenkonsum. Daraufhin erhielt die bekennende Christin zahlreiche beleidigende Reaktionen. Ein Redakteur des Westdeutschen Rundfunks (WDR), Alex Nieschwietz, schrieb von seinem Twitter-Account die Nachricht: „Ich glaub Frau Kelle ist eine Hexe! Hexe! Verbrennen!“

Laut idea waren weirete Reaktionen auf Frau Kelle´s Äußerungen: „Ich wünsch Ihnen die Hölle auf Erden“, „Der sollte man die Kinder wegnehmen“ und „Der gehört eine über den Kopf geklöppelt“.

Ade freie Toleranz! Willkommen totalitärer Tolerantismus!

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