HEIDNISCHES CHRISTENTUM VON FRANK VIOLA 04

Link zu TEIL 1TEIL 2; TEIL 3

Habe gerade Kap. 5-8 hinter mir. Kap. 5: Der Pastor – das Hindernis für Funktion jedes Mitglieds einer Kirche; Kap. 6: Sonntag Morgen Verkleidung – die Verschleierung des Problems; Kap. 7: Mitarbeiter der Musik – der Klerus der Musikarbeit; Kap. 8: Der Zehnte und das Pastorengehalt – der Wunde Punkt, das Portemonnaie.

Der Autor wird von einer regelrechten Obsession getrieben, der „modernen Kirche“ in jedem Aspekt ihres Daseins deren fragwürdigen heidnischen Wurzeln auszugraben und sie dem naiven Lesern zu präsentieren. Sowohl in seiner Geschichtsbetrachtung, als auch in der Bibelauslegung gibt es zwischen Frank Viola und Dan Brown´s Werk „Sakrileg“ (engl. The Da Vinci Code) kaum einen Unterschied, außer, dass FV von sich behaupten kann, ein tief gläubiger Mensch zu sein, der die Kirche liebt.

  1. Das moderne Pastorenamt ist tief verwurzelt im Bischofsamt und Klerus der katholischen Kirche und daher, laut FV, natürlich grundsätzlich auch heidnisch. Die Reformatoren haben das Amt nur leicht modifiziert, aber nicht wirklich gemäß dem „biblischen Zeugnis“ reformiert. Am Rande nur werden die „Anabaptists“ erwähnt, aber weder auf deren Pastoralverständnis, noch deren Ekklesiologie, die stark das „Priestertum aller Gläubigen“ in den Vordergrund gestellt haben, wird nicht eingegangen. So bleibt die „biblische Wieder-Entdeckung“ der „Herrschaft Christi in der spontanen Ausübung des sog. Allgemeinen Priestertums“ ein Novum von FV und seiner Richtung der „organic church“. Dass die Trennung von Laien und Klerus, die Bischofsfürsten des Mittelalters, die „reinen Pastoralkirchen“ bis heute ein dunkles und leidiges Kapitel der Kirchengeschichte sind, steht außer Frage. FV differenziert allerdings aus meiner Sicht nicht genug und wirft mal wieder alles in einen großen Eintopf (hier sind wieder ALLE drin, ausser FV mit seiner Bewegung). Das Pastorenamt hat wohl seine Berechtigung, allerdings nicht, und da hat FV recht, als der „spirituelle Alleinunterhalter“ der Kirche, sondern im Team mit anderen „Begabten und Berufenen“ zur „Auferbauung des Leibes Christi“ (Eph 4,11ff). Von diesen Modellen gibt es nicht nur heute eine große, ermutigende Menge, sondern auch die Kirchengeschichte ist voll davon (und das auch quer durch die Konfessionen).
  2. Über die Kleidung will ich nicht viel sagen… Wenn FV hier, wie auch an vielen anderen Stellen, seine persönliche „Gemeindegeschichte“ verarbeiten will, so sei es ihm gegönnt. Meine persönliche Geschichte wäre mit der von FV wahrscheinlich höchst kompatibel. Wenn Kleidung und Äußeres zum Messinstrument für „Geistlichkeit und Reife“ wird, kommt ein Christ oder auch eine ganze Konfession tatsächlich in die Bredouille. Aber auch das ist nicht so sehr eine Frage der Kirchengeschichte und Theologie, sondern eher der Kulturanthropologie. Jesus hat sich übrigens auch durch seine Kleidung „vom normalen Volk“ unterschieden – er trug die Kleidung eines Rabbiners. Er sagte auch zu seinen Jüngern: „Ihr nennt mich Rabbi (Meister) und ich bin es auch tatsächlich…“ und dann diente er ihnen in der Position eines Sklaven (s. Joh 13). Jesus war nicht gegen Kleidung, Titel, Postionen oder Hierarchie – Er war für Demut, Dienen und Wahrhaftigkeit mitten in all den Dingen.
  3. Der Chor und der moderne Worship kommt bei FV natürlich auch in den „Schredder“. Warum? Jeder kann sich die Antwort schon denken: Chorgesang und öffentliches Musizieren kommt aus dem Hellenismus, (oder dem AT) und es dient nicht dazu, dass das „Priestertum aller Gläubigen“ ausgelebt werden kann. Ich hätte bei FV wenigsten beim „korporativen Element“ des gemeinsamen Singens etwas mehr Verständnis für die praktische Umsetzung des „Priestertums aller Gläubigen“ erwartet. Aber nein, für FV ist der moderne Worship verseucht durch die „individualistische Erfahrung“. Nur in der organic church kommt es zu einem „echten, spontanen Singen von Jedermann“, andernfalls wird das immer unterdrückt… OK, die Leier kennen wir schon!
  4. Zum Geben des Zehnten will ich hier nichts sagen, sondern nur auf meine neue Themenreihe in der mosaikchurch verweisen. Bezahlte Pastoren (oder Hirten, Mitarbeiter) gab es laut FV erst nach der Konstantinischen Wende und ist dem „NT Christentum fremd“. Und hier geht FV wieder bewusst gegen das biblische Zeugnis! Sowohl Jesus, als auch Paulus, als auch Petrus…, wie auch viele andere Mitarbeiter des NT wurden für ihren Dienst „bezahlt“. Ich hoffe, die Leser dieses Buches lassen sich von FV nicht blenden und verführen und lesen genau ihre Bibeln und die Kirchengeschichte.
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s