Das Problem mit „Der Herr hat´s mir gesagt…!“

Ich habe diesen Artikel hier gefunden und für meine Leser ins Deutsche übersetzt.

Wenn du genug Zeit mir Christen verbracht hast, hast du wahrscheinlich schon jemanden hören sagen, wie Gott ihnen „gesagt“ hat irgendetwas zu tun.

Wenn es dir so geht wie mir, dann hast du dich bestimmt gefragt, was sie damit genau meinen. Sicher, Gott sprich zu Seinem Volk auf verschiedene Weise, aber kann es sein, dass wir manchmal fälschlicherweise die Erklärung „Gott hat mir das und das gesagt…“ abgeben, wenn uns jedes vernünftige und emotionale Verständnis (für eine Sache) fehlt? Wir wissen nicht warum wir dort sind, wo wir sind – wir sind ängstlich – also, um dann alle Diskussionen mit unserem Nächsten zu vermeiden, werfen wir eine Begründung ins Feld, die keiner zu hinterfragen wagt.

Aber wenn wir behaupten, dass unsere Aktionen direkt von Gott diktiert sind, können wir unsere Beziehung zu Gläubigen zerstören und uns dazu auch noch total von den Ungläubigen entfremden. Wir handeln manchmal so, als ob Gottes persönliche Anweisungen für uns absolut und nicht mehr zu hinterfragen sind. Wir behaupten damit, dass wir jenseits alle Zweifel dort sind, wo Gott uns haben will und verbarrikadieren uns damit vor allen Fragen und Bedenken unserer Freunde und Familie.

Zu verkünden, dass man z. B. nun statt in die eine Gemeinde in die andere gehen muss (weil Gott es einem ja gesagt hat), ist eine Art Internet-Äquivalent bei Facebook zum „liken“ und „teilen“, nach dem Motto: „… teile diesen Inhalt, wenn du Jesus liebst!“. Genauso wie einige selbstverständlich solche Posts ehrfürchtig teilen, wagen es die anderen nicht, solche Behauptungen („Gott hat mir gesagt…“) zu hinterfragen: „Wie kannst du dir sicher sein, dass das Gottes Wille für dich ist?“. Wir haben eine Barriere zwischen uns und unserem Nächsten aufgebaut, wo wir einerseits die „Wissenden“ und unsere Freunde, die „Unwissenden“ sind. Wir merzen jedweden Austausch aus, schließen uns ab, weisen jede Ermahnung, jede Fürbitte und jedes vernünftige Gespräch von solchen Menschen ab, die „nicht wissen, was Gott von ihnen verlangt“.

Wenn jemand sagt, dass Gott unmissverständlich jemandem Seinen Plan für sein Leben offenbart hat, der kann anderen, sowohl Gläubigen als auch Nichtgläubigen, ein falsches Bild von Gott präsentieren. Wenn wir dann z. B. unsere Meinung über unsere dreiste Schlussfolgerung ändern, dann stehen wir da als jemand, der andere manipuliert. Wir benutzen den „Willen Gottes“, um unsere eigenen Wünsche aller menschlicher Opposition zu entziehen. Eine Planänderung würde dann scheinbar Gottes gute Laune verstimmen, Gott würde so dastehen, als ob er ständig unbeständig sei und seine Pläne ändere, so als ob Er sich nicht wirklich entscheiden könne, was Er denn von uns will.

Was sollten wir also tun mit all den Emotionen und undefinierbaren Verlangen denen wir dann das Attribut „Stimme Gottes“ geben? Gottes Weisungen zu verleugnen, wäre genauso töricht, wie zu behaupten, sie völlig zu verstehen. Stattdessen, gebe ich hier einige Alternativen, um Gottes Leitung in unserem Leben zu beschreiben.

Stelle den Aussagen ein „Ich empfinde es…“ oder „Ich fühle es…“ davor

Wenn wir in einen Bereich hineingehen, der bestenfalls „grau“ ist, weil es dafür kein biblisches Zeugnis gibt (z. B. „Soll ich mir die und die TV-Show anschauen?“), ist es das Beste, sich daran zu erinnern, dass unsere Schlussfolgerungen bestenfalls darauf basieren, wie wir gerade fühlen oder welche persönlichen Überzeugungen wir gerade zu diesem Zeitpunkt haben. Und wie alle Gefühle, werde sich auch diese wahrscheinlich wieder ändern. Wir können meinen, dass wir denken der Heilige Geist ermutige uns in eine bestimmte Richtung, aber wir müssen auch erkennen, dass wir uns nicht 100%ig sicher sind.

Erkenne, dass du ständige Leitung brauchst

Sogar wenn du davon überzeugt bist und genau weißt, was Gott von dir will, werfe ein „aber“ ans Ende des Satzes – der Freundlichkeit wegen. „Ich empfinde es so, dass Gott will, dass ich diesen Sommer nach Afrika gehe, ABER ich würde eure Fürbitte wirklich sehr schätzen, während ich den Herrn in dieser Sache suche.“

Erkenne, dass es nur ein flüchtiger Einblick ist

Unsere Gebete und Träume sind immer zu klein, dasselbe trifft auch auf unsere Offenbarungen zu. Erkenne die Größe Gottes und bedenke, dass das, was du gerade als Wegweisung erkennst nur ein kleines Puzzleteilchen eines großen Ganzen ist.

Übe dich im Gebet

Tiefsinniges Nachdenken ist kein Gebet. Logische Ablaufdiagramme, die nachvollziehen helfen sollen, warum Gott nun so und so in deinem Leben handelt, ist kein Beten. Gebet macht uns still. Wir werden still. Durch das Gebet werden wir daran erinnert, dass Gott größer ist als alle Probleme. Bete. Sei still und erkenne, dass Er Gott ist. Nur sehr wenige haben im Ungehorsam ihr Haupt zum Beten geneigt – es ist der erste Schritt zum Gehorsam. Wenn wir Gott gehorchen wollen in unseren großen Lebensentscheidungen, lasst uns zuerst damit anfangen, Ihm in den kleinen Entscheidungen zu gehorchen.

Frage andere

Wir sind schwach und kurzsichtig. Manchmal können wir uns noch nicht einmal entscheiden, wo wir am Samstagabend essen gehen, geschweige denn welches Jobangebot wir als nächstes annehmen sollten oder wohin Gott uns ruft. Überwinde dich dazu, gute Freunde zu fragen, die verwurzelt in der Schrift und voller Weisheit sind. Sprich mit ihnen über deine Fragen und dein Dilemma. Lass dich auf die Gemeinschaft um dich herum ein, höre ihnen zu, wenn sie die Richtung, in die du gehst hinterfragen.

Lasst uns die Gespräche über unsere Richtung genau zu dem werden, was sie sein sollten – zu Gesprächen. Lasst uns verstehen, dass Gottes Weisungen zu uns kommen, wie die Seiten eines gutes Buches – je mehr wir lernen, desto mehr Fragen haben wir. Lasst uns demütig bleiben in dem Abendteuer unseres Lebens mit Gott und unsere Verletzlichkeit zum Ausdruck bringen, indem wir begreifen, dass Sein Plan immer größer ist als all das, was unser Mund zum Ausdruck bringen kann.

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Eine Antwort zu “Das Problem mit „Der Herr hat´s mir gesagt…!“

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