Das Schweigen der Frauen. Haben wir Paulus da richtig verstanden?

Das Schweigen der FrauenHi Leute, heute erscheint mein Buch im Amazon-Shop als Kindle-Edition.

Hier ein kleiner Ausschnitt: 

Hinführung zum Thema

Vor Kurzem hatte ich während meiner Bibellektüre eine Art Heureka-Erlebnis. Ich las nämlich mal wieder 1Kor. 14,26-40, diesmal allerdings im griechischen Original. Es geht in diesem Abschnitt um einige Vorschläge von Paulus für eine “Versammlungsordnung” der doch sehr charismenreichen Gemeinde in Korinth – eigentlich nichts dramatisches, wenn… Wenn nicht das sog. “Schweigegebot der Frauen” ein wesentlicher Teil dieser Perikope wäre. Und gerade hier ging mir ein Licht auf.

PAULUS WILL KEIN SCHWEIGEGEBOT DER FRAUEN BEGRÜNDEN, SONDERN ER KÄMPFT GEGEN EIN (VON KORINTHISCHEN PROPHETEN ODER GEISTBEGABTEN) ETABLIERTES SCHWEIGEGEBOT DER FRAUEN IN DER GEMEINDE!

Ich muss allerdings einige Vorbemerkungen machen, um meine Sichtweise und Argumente zu begründen:

  1. Paulus schreibt den Brief an die Korinther (ferner meist nur Kor), indem er sehr spezifische Fragen der Gemeinde beantwortet – das ist das Einzigartige von allen Paulusbriefen. Diese wurden an ihn von Mitgliedern (der Hausgemeinde) der Chloe überbracht (1,11), – in Form eines Schreibens (vielleicht ein Brief; 7,1). Die Beantwortung der Fragen werden u. A. mit den Worten eingeleitet: „Was aber das betrifft…“ (7,1; 8,1; 12,1). Paulus besitzt also ein Schreiben der Korinther mit einem “theologischen Fragen- und Aussagenkatalog”, den er nun im 1. Korintherbrief systematisch abarbeitet.
  2. Einige Aussagen des Korintherbiefes sind also KEINE AUSSAGEN ODER LEHREN/ÜBERZEUGUNGEN DES PAULUS, sondern ZITATE aus dem Schreiben der Korinther an Paulus. Z. B. das wiederholte “alles ist erlaubt” in 6,12ff, das Paulus mehrmals ablehnen muss: “aber nicht alles ist nützlich”, “aber ich will mich von nichts beherrschen lassen”. Oder die “sexuelle Askese” in der Ehe, die in 7,1 angedeutet ist und auf die der Apostel mit einem entschiedenen JA zum Sex antwortet!
  3. Prof. Dr. Thomas Schirrmacher hat bereits in seiner lesenswerten Arbeit “Paulus im Kampf gegen den Schleier” darauf hingewiesen, dass auch 1. Kor 11 nur so am besten verstanden werden kann, dass Paulus hier eigentlich GEGEN eine “etablierte Unsitte der Verhüllung” in Korinth kämpft und nicht, wie viele Christen es auch heute noch verstehen wollen, für die Verhüllung der Frau kämpft. Das nur so als Hinweis am Rande…
  4. Wir müssen verstehen, dass die griechischen Manuskripte, auf denen unsere Übersetzungen beruhen, weder Satzzeichen, noch Kapitel- oder Verseinteilung kennen. Man muss sich die Originalschriften etwa so vorstellen (1. Kor 14):STREBTNACHDERLIEBEEIFERTABERNACHDENGEISTLICHENGABENBESONDERSABERDASSIHRWEISSAGT

    Natürlich sind dann die Satzzeichen und Verseinteilungen schon Teil der Interpretation der Übersetzer. Das ist so bei jeder Übersetzung (auch bei der Elberfelder Übersetzung!, die viele gerne als die “Unfehlberfelder” sehen wollen, ist sehr stark der “Brüdergemeindlichen Interpretation” unterworfen.

  5. Auch in unserem Textabschnitt ist daher eine andere Lesart möglich, die dann auch eine völlig andere Interpretation des Textes nicht nur zulässt, sondern auch notwendig macht.

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2 Antworten zu “Das Schweigen der Frauen. Haben wir Paulus da richtig verstanden?

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