Die Dank-Bar.

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Jeder von uns kann wählen, an welcher Bar er sein Leben verbringen will.

Und ich spreche hier nicht über die Cocktail-Bar, die wir ab und zu nach Feierabend mit Freunden besuchen und die uns evtl. erst ab 22:00 Uhr eine Happy Hour ermöglicht. Ich spreche von den unterschiedlichen Lebens-Bars, die uns täglich dazu einladen, ihre Angebote „durchzutesten“.

Da ist zunächst die Undank-Bar. Hier sind einige Angebote aus ihrer Liquids-Menü Karte: Bitterling-Sweet, Sauermann-Macht-Lustig, Vergiss-Es-Einfach, Ich-Will-Mehr-Kiss, Vergleichs-Zombie, Neidtropfen, Arroganz-Cosmopolitan, Sarkasmus-On-The-Beach, Mecker-Geist, Beschwerde-Mary, Herz-On-Ice … Jeder, der sich regelmäßig an dieser Undank-Bar bedient, wird undankbar. Ganz nach dem Motto: Du wirst was Du trinkst!

Aber es gibt auch eine andere Bar, die täglich ihre Türen offen hat – die Dank-Bar. Hier ein Einblick in das Cocktail-Menü: Lass-Los-Libre, Positive-Gesinnung-Sunrise, Zufriesenheits-Mojito, Genieße-Das-Leben-Royal, Freuden-Grashopper, Demut-Pool, Friedens-Tonic, Love-Your-Neighbor-Gin, Heart-On-Fire, Hoffnung-On-The-Rocks, Gönner-Delight, Love-Refresher, Herz-Aktivierungs-Feuer, Freigiebigkeits-Flip, Bescheiden-Sein-Tea … Auch hier gilt natürlich: Du wirst was Du trinkst!

An welcher Bar bedienen wir uns denn heute?

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3 Antworten zu “Die Dank-Bar.

  1. Hallo!

    Nett Eure Gedanken zu lesen, welche sich auch um die Frage kreisen: „In welcher Bar finde ich Wahres (das meinen Lebensdurst stillt) – vor allem, wenn ich wirkliches Bares besitze?“

    Ich meine, dass wir nicht umhin kommen, von Zeit zu Zeit die „Umkehrbar“ und „Zumutbar“ aufzusuchen. Die sind nun wirklich nur von wenigen begehrt. Weil dort kein Kunde sein Getränk aussuchen kann. Dort bekommt er stattdessen vom Inhaber, was er wirklich braucht. Denn, was unseren Durst stillt, das wissen wir im Grunde nicht wirklich selbst.

    Dort erkennen wir erst, dass unsere bisherige Getränkewahl uns nur einen Kater, nach dem anderen bescherte. Unser Kopf wurde schwer und das Herz bleibt leer.
    In diesen Bars gibt es nur ein Getränk. Doch es schmeckt jedem individuell anders.

    Die Getränke kosten nichts. Allerdings kommen nur Ehrliche und Wahrhaftige hinein. Diejenigen welche bereit sind, sich ihre eigene Verantwortung im Spiegel über der Bar anzusehen. Dort läuft der Film ihres Lebens ab. Dadurch werden sie nüchtern genug um ihren wahren Durst wahrzunehmen.

    Schritt für Schritt erkennen wie sie sich bisher von Bar zu Bar bewegten und ihren Durst doch nirgends gestillt bekamen, dafür häuften sie sich einen Rausch nach dem anderen Rausch an und büßten immer mehr Intelligenz ein.

    Auf der Getränkekarte steht statt wohlklingender Getränkenamen eine Verheißung:
    „Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt – wie die Schrift sagt, aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“

    Und der Inhaber selbst verspricht:
    „Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle von Wasser werden, das bis ins ewige Leben quillt.“

    Dies umgesetzt befähigt in jede andere Bar zu gehen um den Durstigen von diesen beiden unscheinbaren Bars weiter zu erzählen… 😉

  2. Hi Jacob,

    ich kenne beide Bars und habe mich gefragt, warum die Undankbar gerade bei den Deutschen so beliebt ist. Vielleicht liegt es daran, dass sie ihre Low-Cost-Produkte als Flaschenabfüllung anbieten und die Leute sie kistenweise im Keller horten.
    Ich persönlich favorisiere seit einiger Zeit eine andere Bar: die Wunderbar.
    Sie ist exklusiv für Leute die den Besitzer kennen. Es gibt kein festes Angebot „a la carte“, denn jeder Drink wird für den Kunden speziell gemixt, nach seinen Wünschen und Bedürfnissen. Die Zutaten sind die gleichen wir in der Dankbar und werden ausschließlich von der Kostbar bezogen. Das Beste ist, alle Drinks gehen ausnahmslos aufs Haus. Mein Favorit ist eine Art Gnade-um-Gnade-Cocktail im Long-Drink-Glas. Leider wird die Bar nur spärlich besucht, denn die Menschen zieht es in die allgegenwärtigen Fast-Drink-Bars der verschiedenen Anbieter, die ganze Ketten von Machbars betreiben. Das Standardangebot einer Machbar nimmt dem Besucher weitgehend die Qual der Wahl. Somit ist Nachdenken über persönliche Wünsche und Bedürfnissen nur im Rahmen der Standards notwendig. Viele Machbars behaupten in der Kategorie „healt&wealth“ das gesamte Angebot der Wunderbar im Programm zu haben. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum das Angebot der Wunderbar so wenig Zuspruch findet. Was mich an den Machbars so stört, ist dass die Fenster fast immer von innen verspiegelt sind. Dies soll die inneren Gemeinschaft stärken und den Besucher besonders fördern. Auch wird seltene was dagegen eingewendet, wenn Anwesende ihre Flaschen aus dem Hause Undankbar ausschenken oder die Mitarbeiter in der Urteilbar angelernt wurden. Ich muss gestehen, dass ich einen großen Teil meines Lebens in einer Machbar vergeudet habe, bevor ich die Wunderbar für mich entdeckte. Wegen der epischen Auswahl in der Wunderbar und weil ich noch Neuling bin, befinde ich mich immer noch im Probier-Status. Aber es ist außerordentlich spannend und einfach wunderbar.

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