40 TAGE REFLEKTIONEN & INSPIRATIONEN ZUM THEMA LEITERSCHAFT / TAG 3

Inspiriert durch viele Bücher, Vorträge und Kongresse zum Thema Leiterschaft, die ich in den letzten Jahre gelesen, gehalten und besucht habe, will ich hier 40 Tage lang (aber wahrscheinlich nicht sequentiell jeden Tag) einige Gedanken und Anregungen weitergeben, die, ich hoffe, Dich inspirieren werden.

TAG 3: Selbstleitung

Dieses Thema verdanke ich vor allem Gordon MacDonald und seinem tiefgreifenden Buch: Ordne Dein Leben. Neben MacDonald waren es Bill Hybels, Henry Cloud und Brennan Manning, die mir den Weg zur Selbstleitung gezeigt und meine Reise bestimmt haben. Das Buch von Gordon las ich in einer für mich sehr schweren Zeit. Ich war 30, arbeitete als Dozent auf einem christlichen Seminar, mein Terminplan war voll mit Reisetätigkeit und gleichzeitig 3 Gemeindegründungen und dann kam das, was heute populärpsychologisch Burnout genannt wird. Ich wußte damals nicht, was mit mir passierte und die Organisationen, für die ich gearbeitet habe, auch nicht. Ich war am Ende meine physischen, psychischen, mentalen und spirituellen Kräfte. Meine Arbeit machte mir wirklich Spaß, aber mit der Zeit verlor ich mich in ihr. Und ich liebte vor allem auch die „Früchte“ meiner Arbeit. Was für ein gutes Gefühl ist es: gefragt zu sein, anerkannt zu sein, „ausgebucht“ zu sein, geehrt zu sein, ständig (auch international) unterwegs zu sein! All diese Dinge sind nicht schlecht und Leiter werden sie immer wieder als wichtigen Teil ihres Lebens und Arbeitens erleben. Aber die wichtige Frage ist: Lebst du für diese Dinge? Ich habe angefangen für diese Dinge zu leben. Das kam nicht von heute auf morgen, es war eher ein schleichender Prozess. Ich begann diesen Dingen nachzujagen, sie füllten mein Denken und meinen Tag aus, gaben mir ständig einen Adrenalinschub, ich wurde zum Workoholiker und beging einen gefährlichen Raubbau an meinem Körper, meinem Geist und meiner Seele. Ich wollte leiten, aber konnte mich selber nicht leiten. Damit enden viele Leiter!

Was ist mir wichtig geworden zum Thema Selbstleitung? (Diese Liste ist keine Rangfolge!)

  • Lebe im Gleichgewicht von Leib, Seele und Geist. Mache regelmäßig Sport, füttere deinen Geist (für mich heißt das lesen, lesen, lesen…), entlaste täglich deine Seele von Dingen, die dich belasten.
  • Nimm dir Zeiten der Ruhe. Täglich – sorge für genügend und einen guten Schlaf; wöchentlich – schütze und halte deinen Sabbat wie eine kostbare Perle; jährlich – mache regelmäßig Urlaub.
  • Verbringe Zeit mit Menschen, die du liebst und die dich lieben. Ehefrau, Kinder, Familie, gute Freunde.
  • Plane deinen Alltag, deine Jahre, dein Leben, deine Freizeit. Wenn du das nicht tust, werden andere es für dich tun.
  • Lerne NEIN zu sagen, auch wenn die Angebote, Verpflichtungen und Termine sehr verlockend sind.
  • Löse dich von beständigen Quellen und Einflüssen der Frustration. Ich habe gelernt, dass Burnout primär nicht durch viel Arbeit und Stress ausgelöst wird, sondern durch Frustration. Solche „Frustrationsvampiere“ können: Kunden, Aufgaben (ausserhalb meiner Begabung und Befähigung), sich ständig wiederholende Konflikte, „Freunde“ oder auch die eigene mentale Einstellung sein.
  • First Things First! Liebe GOTT, deinen NÄCHSTEN, und dich SEBST. Es gab Phasen in meinem Leben, wo ich die Kirche, mich selbst und meinen Dienst am Nächsten mehr geliebt habe, als Gott. Wenn wir nicht zuerst aus dem Schöpfer schöpfen, wird die Schöpfung schnell erschöpft.
  • Motiviere dich selbst auf täglicher Basis! Halte das Feuer deiner Leidenschaft heiß und am lodern, denn da draußen laufen zu viele Feuerlöscher herum.
  • Schüttele schnell und reflektiert dein Versagen ab. In unserem Versagen liegt Schwachheit und Kraft, Klugheit und Dummheit, der Anfang und das Ende… und nur der Weise weiß das Beste für sich daraus auszusieben.
  • Bleib immer fokussiert auf Hoffnung! Das letzte Kapitel meines Lebens ist schon geschrieben und das ist ein HAPPY END! Die Bibel nennt diese Einstellung zum Leben ESCHATOLOGIE – vom Ende = Ziel & Erfüllung her leben. Das ist in etwas so, als wenn ein junges Pärchen zu heiraten beschließt. Sagen wir mal, sie wollen in 10 Monaten heiraten. Was für ein herrliches Ziel (vorausgesetzt alles mit den Beiden passt so weit!)! Womit werden die nächsten 10 Monate bis zur Hochzeit ausgefüllt sein? Planen, Träumen, Arbeiten, Vorbereiten, Einkaufen, Einladen, Wohnung ausbauen, freudige Erwartung, Kribbeln, unglaubliche Spannung… und dann? TADA!!! Das ist mein Leben!
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